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Rüffel im Rathaus: Der Stadtrat fordert, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verstärkt auf Elektrobusse setzt.

Um Feinstaubbelastung zu senken

Stadtrat rüffelt MVG wegen Elektrobussen

München - Der Stadtrat fordert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf, verstärkt auf Elektrobusse zu setzen. Die MVG packe dieses Thema nicht offensiv genug an, wurde am Dienstag parteiübergreifend im Wirtschaftsausschuss kritisiert.

Anlass der Diskussion war eine gleichlautende Empfehlung der Bürgerversammlung Haidhausen aus dem Jahr 2015. Dort hatte man sich dafür ausgesprochen, stadtweit verstärkt Elektrobusse einzusetzen, um die Feinstaubbelastung zu senken.

Die MVG schreibt nun in ihrer Antwort, dass bis zur Serienreife elektrisch betriebener Busse noch einige Jahre Entwicklungsarbeit nötig seien. Aufgrund der hohen Kosten und der mangelnden Verfügbarkeit von Fahrzeugmodellen sei die Elektrifizierung einer kompletten Buslinie aus heutiger Sicht nicht umsetzbar. Umfangreiche Investitionen sollten erst nach Vorliegen der Ergebnisse eines Langzeittests getätigt werden, empfiehlt die MVG.

Seit 2008 werden von der Verkehrsgesellschaft vier Hybridbusse im dauerhaften Linieneinsatz getestet, seit 2013 drei batterieelektrische Busse in Kurzzeittests. Die Busflotte der MVG umfasst etwa 500 Fahrzeuge, die alle über Rußpartikelfilter verfügen. Der Stadtrat hatte im Frühjahr 2015 beschlossen, die Beschaffung zweier Elektrobusse zu bezuschussen. Die MVG will nach einer Erprobungsphase und einem Langzeittest den Stadtrat und die Bevölkerung über die Ergebnisse informieren.

Dem Stadtrat ist dieses Vorgehen aber zu zögerlich. Während der gestrigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses wurden die Bemühungen der MVG in diesem Segment als sehr zurückhaltend bewertet. „Ich würde mir mehr Mut von der MVG wünschen“, sagte SPD-Stadtrat Horst Lischka. Ähnlich äußerten sich Hep Monatzeder (Grüne) und Manuel Pretzl (CSU). Auch OB Dieter Reiter (SPD) forderte die MVG auf, eine Vorreiterrolle einzunehmen und „nicht immer so lange zu warten, bis der Weisheit letzter Schluss gefunden ist“.

MVG-Chef Herbert König erneuerte indes im Ausschuss seine Skepsis, weil die Technik eben noch nicht ausgegoren sei. Überdies sei der Anteil der MVG-Busse am Verkehrsaufkommen mit 0,6 Prozent extrem gering. König zu den Stadträten: „Sie können die Elektromobilität bei den Bussen ändern, wie sie wollen – man wird es am Stadtklima nicht merken.“ Die Wirtschaftlichkeit hänge vom Entwicklungsfortschritt der Elektromobilität bei Pkw ab.

Am Ende stimmte der Wirtschaftsausschuss einem Antrag von OB Reiter (SPD) zu, dass die MVG dem Gremium binnen eines Jahres über die technische Entwicklung der Elektromobilität einen neuen Bericht vorlegen solle. Auch Erfahrungswerte aus anderen Städten sollten zu Rate gezogen werden. Die MVG hatte in ihrem Beschlussvorschlag lediglich angedeutet, „den Markt zu beobachten und gegebenenfalls über relevante technische Entwicklungen zu berichten“.

Klaus Vick

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