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Das Nachtleben – hier der Q-Club – pulsiert in Berg am Laim – noch.

Stadtteil-Serie: Letzte Tanzrunde hinter'm Ostbahnhof?

München - Ist Ende des neuen Jahres tatsächlich Schluss mit dem Party-Betrieb in Berg am Laim? Bürger und Stadtteilpolitiker hoffen darauf. Darüber hinaus soll 2010 klar werden, wie die Baumkirchner Straße künftig aussehen wird.

Kultfabrik / Optimol

Eine Subkultur geht zu Ende. Für Berg am Laim könnte es das letzte Jahr mit Kultfabrik und Optimolgelände werden. Die Genehmigungen laufen Ende 2010 aus und die Stadt hat versprochen, danach keine Verlängerungen mehr zu erlauben. Denn für das ehemalige Pfanni-Gelände gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan – die Diskotheken und Bars stellten nur eine Übergangslösung dar. Auf dem Terrain hinter dem Ostbahnhof soll ein ganz neues Stadtquartier mit Wohnen, Gewerbe und Grünflächen entstehen. Eine minimale Chance hat das Amüsiergelände allerdings doch noch: Wegen der notwendigen Klärung schwieriger Eigentumsfragen scheint das Bauprojekt etwas ins Stocken geraten zu sein. Das könnte den Clubs und den Partygängern wenigstens einen kleinen Aufschub verschaffen.

Baumkirchner Straße

Wie soll die Baumkirchner Straße künftig aussehen? In diesem Jahr will das Baureferat darstellen, wie der Entwurf für den Straßenzug samt Marktbereich am Behrpark aussieht. Dabei wurden auch die Wünsche und Anregungen der Anlieger und interessierten Bürger sowie des Bezirksausschusses berücksichtigt. 3,3 Millionen Euro hat der Münchner Stadtrat bewilligt, um die Baumkirchner Straße umzugestalten. Neben der Erneuerung des Fahrbahnbelags wird großer Wert auf den Einbau von Radwegen und viel Grün zur Aufwertung des Straßenraums gelegt.

Bahngelände

Drei Fliegen mit einer Klappe will die Stadt beim ehemaligen Bahngelände an der Baumkirchner Straße schlagen. Neben 35 000 Quadratmetern an neuem Wohnraum mit entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtungen und etwa 25 000 Quadratmetern für gewerbliche Nutzungen soll hier der alteingesessene Quartierssportverein ESV Berg am Laim sein neues Zuhause finden. Der Verein braucht dringend neue Hallenflächen und Sportnebenräume. Zudem sollen auf dem Gelände mehrere Grünflächen zusammengefasst werden. Wie dies genau aussehen soll, wird der städtebauliche und landschaftsplanerische Ideen-Wettbewerb ergeben. Am 18. Januar wird das Ergebnis präsentiert.

Grundschule

Weil wegen der Neubaugebiete immer mehr Schüler zu versorgen sind, muss die Grundschule an der Grafinger Straße 71 auf 20 Klassen erweitert werden. Um den wachsenden Bedarf an ganztägiger Betreuung befriedigen zu können, wird auch gleich noch ein Tagesheim angegliedert, zudem wird ein Ganztageszug aufgebaut. Erweiterung und Sanierung des Gebäudes sollen in zwei Abschnitten durchgeführt werden. Im Sommer soll mit dem ersten begonnen werden.

Piusplatz

Im Frühjahr will die Stadt mit der Umgestaltung der öffentlichen Grünflächen am Piusplatz starten. Verweilzonen, Spielareale für Kinder und Aufenthaltszonen für Jugendliche – der Piusplatz soll zum „Volksgarten“ werden. Die Wege sollen „Promenaden-Charakter“ erhalten, die Hundebesitzer eine Gassi-geh-Wiese. Auch der Rogategrünzug wird saniert. Hier soll ein Treffpunkt- und Aktionsplatz entstehen.

Carmen Ick-Dietl

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