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Der Geothermie-Bohrturm der Stadtwerke in Freiham.

Erdwärme

Geothermie: Probebetrieb in Freiham im Sommer

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München - Der neue Stadtteil Freiham kann mit Erdwärme geheizt werden – und das sogar effizienter, als die Ingenieure zu hoffen wagten. Ein erster Test der Bohrlöcher hat die Erwartungen der Stadtwerke übertroffen.

Wie berichtet, hatte sich die erste Bohrung, die von September bis Dezember südlich der S-Bahn-Linie niedergebracht worden war, als äußerst ergiebig erwiesen: Statt wie erwartet pro Sekunde 80 Liter Wasser mit einer Temperatur von 80 Grad aus 2500 Metern Tiefe zu fördern, sprudelten 90 Liter mit 90 Grad an die Oberfläche. Stephan Schwarz, Geschäftsführer für Versorgung und Technik bei den Münchner Stadtwerken (SWM), ist das sehr recht: „Jedes Grad und jeder Liter mehr verbessern Energieausbeute und Effizienz der künftigen Anlage“, sagt er.

Die Förderbohrung allein genügt aber nicht: Nachdem es seine Wärme an das Fernwärmenetz abgegeben hat, muss das Tiefenwasser wieder in jene Schicht zurückgepumpt werden, aus der es entnommen wurde – in gebührendem Abstand, damit es keinen sogenannten „hydraulischen Kurzschluss“ gibt.

Dazu wurde drei Kilometer nördlich ein zweites Loch gebohrt. Ein jetzt abgeschlossener Pumpversuch hat gezeigt: Durch diese Bohrung kann die volle Fördermenge wieder im Untergrund verschwinden. „Ich freue mich, dass die Arbeiten schneller als geplant und unfallfrei verlaufen sind“, sagt Schwarz. „Jetzt ist das Projekt auf der Zielgeraden.“

In den kommenden Wochen wird der Bohrturm abgebaut, und im Sommer soll ein Probebetrieb beginnen, bei dem bereits Öko-Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist wird. In der nächsten Heizsaison, so verspricht Schwarz, „wird die Geothermie den Stadtteil Freiham sowie angrenzende Viertel umweltfreundlich und komfortabel beheizen“.

Das ist aber erst der Anfang der Geothermie in München. Ein Dutzend weiterer Standorte halten die Fachleute für möglich. Schon 2018 soll der Bohrturm auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd an der Schäftlarnstraße erneut aufgebaut werden.

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