Lieferten Aufschluss übers Erdinnere: die Geothermie-Messkabel überall in der Stadt. foto: haag

Programm der Stadtwerke

Geothermie-Projekt: Der Untergrund ist vermessen, die Kabel kommen weg

  • schließen

München - Die orangefarbenen Kabel, die sich monatelang quer durch München schlängelten, sollen bis Ende April wieder verschwunden sein. Die seismischen Messungen der Stadtwerke München (SWM) für das Geothermie-Projekt sind abgeschlossen.

„Wo es technisch aufwändiger war, die Kabel zu verlegen, wie zum Beispiel entlang von Trambahngleisen, dauert es länger, bis sie wieder zurückgebaut sind“, sagt Stadtwerke-Sprecher Christian Miehling. Ihm zufolge waren die Messungen sehr erfolgreich.

Wie berichtet, starteten die SWM am 9. November die Messungen. Mit den geophysikalischen Erkundungen des Münchner Untergrunds sollen optimale Standorte für Erdwärmebohrungen gefunden werden. Unter der Stadt befindet sich ein gewaltiges Heißwasservorkommen, dessen Wärme sich zum umweltfreundlichen Heizen nutzen lässt. Geothermie, wie die Erdwärme im Fachjargon heißt, spielt die zentrale Rolle in einem ehrgeizigen Programm der Stadtwerke: Bis 2040 soll München die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag hierzu soll die Geothermie liefern.

Wer die richtige Stelle anbohrt, kann mehr heißes Wasser fördern und die Ausbeute erhöhen. Über Münchens Untergrund war bislang allerdings nur wenig bekannt. Also wurde das seismische Messprogramm aufgelegt: Ähnlich wie bei einer Ultraschall-Untersuchung wollten die Geologen mit Schallwellen ein Bild des Erdinneren erzeugen. Spezialfahrzeuge sendeten an 7587 genau vermessenen Punkten niederfrequente Schwingungen in den Untergrund. Diese wurden an den Grenzflächen der Gesteinsschichten reflektiert. Lange Ketten von Messinstrumenten zeichneten die Echos auf. Daraus lassen sich 3D-Modelle erstellen.

Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Das Sieben-Millionen-Euro-Projekt wird zur Hälfte vom Bund bezuschusst. Bis zu 16 Geothermie-Kraftwerke könnten in München entstehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehrere Polizeieinsätze am Morgen: Noch Verspätungen bei der S4 und S7
Zahlreiche Pendler sind Tag für Tag auf den S-Bahn-Verkehr in und um München angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Sperrungen und Ausfällen. In unserem …
Mehrere Polizeieinsätze am Morgen: Noch Verspätungen bei der S4 und S7
Kommt heute das Diesel-Fahrverbot? Das sind die wichtigsten Punkte für München
In Leipzig geht es vor dem Bundesverwaltungsgericht darum, ob Dieselfahrverbote grundsätzlich zulässig sind. Das ist auch für München wichtig. Doch wie will die Stadt …
Kommt heute das Diesel-Fahrverbot? Das sind die wichtigsten Punkte für München
„Automatenraum ist nur für Kunden da!“ - Banken sperren Obdachlose aus
Immer mehr Obdachlose schlafen in Banken. Gerade in der eisigen Kälte ist der Vorraum mit den Automaten ein Zufluchtsort. Geldhäuser in München wollen nun härter dagegen …
„Automatenraum ist nur für Kunden da!“ - Banken sperren Obdachlose aus
Verfahren um zweite S-Bahn-Stammstrecke endet mit Vergleichen
Wie eine Sprecherin des Gerichts am Mittwoch mitteilte, wurden die die letzten anhängigen Verfahren um den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke mit zwei Vergleichen …
Verfahren um zweite S-Bahn-Stammstrecke endet mit Vergleichen

Kommentare