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Müssen bald andernorts spenden: Die Münchner konnten am 16. März zum letzten Mal im Gesundheitshaus in der Dachauer Straße Blut geben.

BRK will übernehmen

Städtischer Blutspendedienst: Kartellamt muss entscheiden

München - Das Bayerische Rote Kreuz würde den städtischen Blutspendedienst gerne mitsamt seinen Mitarbeitern übernehmen. Die Entscheidung, ob das möglich ist, liegt nun beim Kartellamt.

Seit letztem Donnerstag stehen Blutspendewillige an der Dachauer Straße 90 vor verschlossenen Türen. Der Spendedienst des Städtischen Klinikums ist zu. Raphael Diecke, Pressesprecher des Klinikums, erklärt: „Dass der Standort geschlossen wird, war schon länger klar“. Das Gebäude muss bis spätestens Ende Juni geräumt sein, weil es anschließend abgerissen werden soll. Ein alternativer Standort ist nicht in Planung. Für einen solchen wären hohe Investitionen erforderlich. Momentan steckt das Klinikum allerdings selbst bereits in kostspieligen Sanierungsarbeiten.

Im Zuge der Neuausrichtung des Klinikums seien viele verschiedene Möglichkeiten überdacht worden, wie es mit dem Blutspendedienst (BSD) weitergehen soll, sagt Diecke. Dieser verursachte zuletzt alljährlich ein Defizit von rund zwei Millionen Euro. Schließlich einigte sich das Klinikum gemeinsam mit dem Stadtrat auf einen Verkauf des BSD.

„Er war wirtschaftlich nicht mehr rentabel“, sagt Sprecher Raphael Diecke. Deshalb war am 16. März der letzte Spendetag. Bis Ende des Monats sollen die verbliebenen Spenden noch bearbeitet werden. Dann sei endgültig Schluss.

Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Geplant ist ein Verkauf an das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Die Zustimmung des Kartellamtes dafür steht allerdings noch aus. „Da es sich nicht um eine triviale Entscheidung handelt, sondern um eine sehr große Übernahme, müssen umfangreiche Prüfungen durchgeführt werden“, erklärt Diecke. Er gehe aber von einer Entscheidung bis Ende dieser Woche aus.

Damit auch in Notsituationen immer genügend Blutkonserven gewährleistet werden können, wird die entstandene Lücke nun vom BRK geschlossen.

Bleibt die Frage, ob dies mit der bereits vorhandenen Infrastruktur samt Mitarbeitern des BSD geschieht – oder ohne. „Allein in Bayern werden täglich 2000 Blutkonserven benötigt“, sagt Stefanie Sklarzik vom BRK. Ein abnehmender Bedarf sei nicht zu erkennen.

„Dem städtischen Blutspendedienst ist es gelungen, eine Übernahmegarantie für die mehr als 100 Mitarbeiter seitens des Bayerischen Roten Kreuzes auszuhandeln“, berichtet Raphael Diecke. Sollte das Kartellamt dem Verkauf wider Erwarten nicht zustimmen, fällt allerdings auch diese flach. Auch in diesem Fall werde für einen Verbleib der Mitarbeiter innerhalb des Städtischen Klinikums gesorgt. „Es wird sicherlich niemand auf der Straße stehen“, sagt Diecke.

Mit der Schließung des Blutspendedienstes entfällt jedoch nicht nur der Standort an der Dachauer Straße. Auch die mobilen Spendeteams, die für das Umland zuständig waren, sind davon betroffen.

Bisher gab es im Großraum München jährlich 340 Spendetermine. „Wie es damit nach einer möglichen Übernahme weitergehen soll, entscheidet das BRK“, so Diecke. Dort wolle man sich laut Stefanie Sklarzik jedoch erst dann Gedanken machen, wenn das Kartellamt entschieden hat. Sollte das BRK die bestehenden Strukturen des BSD übernehmen, ist die Weiterführung des mobilen Services wahrscheinlich.

Innerhalb Münchens gibt es weiterhin andere Blutspendemöglichkeiten. Ganz in der Nähe der alten Adresse befindet sich in der Dachauer Straße 70 der Blutspendedienst Haema. Auch das BRK und das Klinikum Großhardern bieten Blutspenden an.

Fabian Weberstetter

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