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"Stärkantrinken" am Dreikönigstag soll Glück fürs neue Jahr bringen

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Bamberg - Oberfränkische Wirte erwarten am Dreikönigstag einen besonders großen Besucherandrang - dann wird in den Gaststätten dem alten Brauch des "Stärkantrinkens" gehuldigt. Denn dem Aberglauben zufolge bringt Biergenuss am 6. Januar für das ganze Jahr Glück.

Der Bamberger Braumeister Stephan Reichel rechnet damit, dass sein Lokal an Dreikönig voll besetzt sein wird. In den vergangenen Jahren seien auch mehr und mehr Frauen auf den Geschmack gekommen, hat der Gastwirt festgestellt. Auch in der Polizeidirektion Oberfranken ist der Brauch bekannt. "Wir schauen an diesem Tag etwas mehr auf den Verkehr als üblich", sagte Sprecher Herbert Gröschel. Ansonsten sei man aber unbesorgt.

Der Brauch sei in Oberfranken besonders fest verwurzelt, meint Bezirksheimpfleger Günter Dippold. Ein erster Beleg stammt aus dem Jahr 1751: "An diesem Tag trincken sie ebenfalls Bier, umb starck zu werden", beschrieb der Geistliche Johann Reul die Bewohner von Tschirn (Landkreis Kronach). Ob der Kirchenmann selbst dem Brauch am Dreikönigstag Glauben schenkte, ist nicht überliefert.

"Die These aus den 1930er Jahren, wonach "Stärkantrinken" auf eine alte germanische Opfertradition zurückgeht, ist nach heutiger Forschungsmeinung Unsinn", sagt Dippold. Der Brauch könne allerdings ebenso gut tausend Jahre alt sein wie einige hundert. Die Voraussetzungen für eine lange Pflege dieser Sitte seien denkbar gut. "Zum "Stärkantrinken" braucht es ja nicht viel", meint Dippold.

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