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Stammstrecke: Tunnel-Gegner fordern mehr Transparenz

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Nein zum Tunnel: Im Oktober protestierten 900 Münchner in Haidhausen gegen die zweite S-Bahn-Röhre. Foto: Klaus Haag
Nein zum Tunnel: Im Oktober protestierten 900 Münchner in Haidhausen gegen die zweite S-Bahn-Röhre. Foto: Klaus Haag

München - Aufhören mit der Geheimniskrämerei solle die Deutsche Bahn, fordert der Anwalt der Tunnelgegner von Haidhausen. Die Bürgerinitiative verlangt mehr Transparenz bei der Zweiten Stammstrecke.

Die Debatte um den Bau des zweiten S-Bahn-Stammstreckentunnels ist in die nächste Runde gegangen. Im Rahmen der Erörterungstermine zur Planfeststellung für den Bauabschnitt Haidhausen hat die dortige Bürgerinitiative den Bau des rund sieben Kilometer langen Tunnels noch einmal grundsätzlich in Frage gestellt und der Bahn Geheimniskrämerei vorgeworfen.

Exakt 1421 Einwendungen hatte die Regierung von Oberbayern als die für die Erörterung zuständige Behörde im vergangenen Jahr gesammelt. Schon während der ersten Anhörungstage Mitte Dezember war Kritik an den Plänen für die Röhre laut geworden, die sich von der Donnersbergerbrücke bis über den Ostbahnhof hinaus erstrecken soll. So hatte etwa die Münchner Feuerwehr Bedenken hinsichtlich des Sicherheitskonzepts angemeldet. Auch bemängelte die Stadt, dass die Sportanlage in den Maximiliansanlagen wegen eines geplanten Notausstiegs im Grunde nicht mehr zu benutzen sei (wir berichteten).

Seit gestern läuft das Erörterungsverfahren wieder - diesmal in der Reithalle an der Heßstraße. Bis Anfang April haben die Einwender - wohl meist in nichtöffentlicher Sitzung - die Chance, ihre Bedenken mündlich vorzubringen. Unter ihnen ist auch eine Vielzahl von Hauseigentümern.

Allein die Verhandlung mit der Bürgerinitiative Haidhausen ist auf zwei Wochen terminiert. Deren Rechtsanwalt Eike Schönefelder meldete noch einmal ganz grundsätzliche Zweifel an dem zwei Milliarden teuren Projekt an. Er forderte einen Beweisantrag, ob nicht doch mehr als 30 S-Bahnen pro Stunde und Richtung durch die erste Stammstrecke fahren könnten - und damit die zweite überflüssig wird. Zudem sollten die Nutzen-Kosten-Untersuchung und eine Verkehrsprognose öffentlich gemacht werden. „Hören Sie auf mit der Geheimniskrämerei“, forderte Schönefelder die Bahn auf. Zugleich äußerte er die Vermutung, dass Bahn und Freistaat am Marienhof bereits mit dem Bau beginnen könnten, auch wenn für den Abschnitt Haidhausen noch keine Baugenehmigung vorliegt. Vertreter der Bahn erklärten meist, sie nähmen die Ausführungen zur Kenntnis.

Über die Planfeststellung entscheidet nach der Anhörung das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Ein Beschluss der Behörde liegt bisher nur für den mittleren Abschnitt in der Innenstadt vor. Gegen diesen sind noch Klagen anhängig.

Auch auf der jüngsten Bürgerversammlung im Hofbräukeller wurde der Ruf nach mehr Sicherheit und Transparenz laut. Walter Heldmann, Vize-Chef der Bürgerinitiative, forderte die Bahn auf, in puncto Sicherheit die Karten auf den Tisch zu legen. Auch hieß es, die Stadt solle gegen den EBA-Beschluss klagen, falls beim Brandschutz nicht nachgebessert werde. Ein Schlichter wie bei „Stuttgart 21“ könne helfen, die Probleme zu bewältigen.

mk/hög

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