Die Grünphasen der Ampel reichen weder für den Verkehr auf dem Isarring noch für die Zufahrt von rechts. Foto:M. Schlaf

Staufalle am Isarring: Morgen tagt der Stadtrat

München - Die Pendler wissen es schon lange, jetzt belegen es erste Studien: Der neue Richard-Strauss-Tunnel hat eine Staufalle am Isarring provoziert. Morgen debattiert der Stadtrat mögliche Gegenmaßnahmen.

Der Zusammenfluss des Verkehrs vom Richard-Strauss-Tunnel über die Kennedybrücke mit den Fahrzeugen von der Ifflandstraße führt in den Hauptverkehrszeiten zu erheblichen Rückstaus. Eine Ampel stoppt den Ring- und den Iffland-Verkehr wechselweise. Für keinen von beiden reicht die Grünphase für einen ausreichenden Abfluss der Blechkolonnen. Deshalb soll die Ampel demontiert werden.

Die jüngsten Verkehrsuntersuchungen liefern die Erkenntnis, dass der Stillstand in der Staufalle stets von 8 bis 10 und von 16 bis 20 Uhr eintrete. Auf dem Mittleren Ring reiche die Schlange 1,3 Kilometer bis weit in den Tunnel zurück. Das tunnelbedingte Chaos kommt nicht überraschend. Bereits 1999 hatte der renommierte Verkehrsgutachter Harald Kurzak das Debakel vorhergesagt.

Die Stadt hat allerdings keine Eile mit der Entschärfung der Staufalle am Isarring. Erst morgen in der Vollversammlung der Stadtrats soll die Auftragsvergabe für eine Machbarkeitsstudie erfolgen.

Als Ausweg, so schreibt jetzt das Planungsreferat in seinem Papier für das Gremium, „verbleibt als einzige Möglichkeit eine bauliche Lösung, nämlich die Ergänzung der nördlichen Fahrbahn des Isarrings um einen dritte Fahrspur“. SPD-Stadtrat Ingo Mittermaier dagegen sagt: „Ob das notwendig ist, ist ja noch gar nicht klar.“ Er rechne damit, dass die Studie so viel Zeit beanspruchen werde, dass der Stadtrat erst Ende 2010 eine beschlussreife Vorlage in Händen halten werde, die eine Auftragsvergabe ermögliche.

Schon 2005 war eine nähere Untersuchung der künftigen Verkehrsabwicklung zur Diskussion gestanden. Doch das Thema wurde zurückgestellt. Mittermaier: „Wenn wir früher angefangen hätten, wären wir jetzt weiter.“

Obwohl das Planungsreferat die Einfädelspur als einzig tragfähige Lösung erkannt hat, ist noch keine Sondierung bei der dafür entscheidenden Instanz erfolgt: dem bayerischen Finanzministerium, das über den Englischen Garten wacht. Der Bypass neben dem Isarring würde gut zehn Meter in den Randbereich des Englischen Gartens hineinragen. Und über den wachen die Vermögens-Verwalter des Freistaats. Auf Anfrage erklärte ein Ministeriums-Sprecher: „Wir haben noch keine offizielle Anfrage der Stadt. Wenn sie ein konkretes Anliegen vorbringt, werden wir uns damit befassen.“

CSU-Fraktionschef Josef Schmid will in der Sitzung am Mittwoch versuchen, die Prozedur abzukürzen: „Wir brauchen eine Einfädelspur und das schnellstmöglich.“ Eine ebenfalls erwogene Lösung mit intelligenter Verkehrssteuerung reiche in diesem Fall nicht aus.

Um die unvermeidliche Bresche zu mildern, die in die staatliche Botanik geschlagen werden muss, spricht sich Schmid für eine „Landschaftsbrücke aus“, einen breiten grünen Bogen von der Süd- zur Nordhälfte des Englischen Gartens.

Eberhard Geiger

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