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Die MVG-Flotte ist fahrbereit – aber weil das Streckennetz wächst, fehlt Personal.

Na Servus!

130 Stellen frei: München gehen die Busfahrer aus

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Personal-Not bei der MVG: Der Münchner Verkehrsgesellschaft gehen die Busfahrer aus. Tritt der Ernstfall ein, könnte das sogar gravierende Auswirkungen haben.

Der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gehen die Busfahrer aus. Heuer sollen insgesamt 130 neue Chauffeure eingestellt werden. Das Personal ist dringend notwendig. Kommen nicht genügend Fahrer nach, droht sogar der Ausbau des Netzes nächstes Jahr zu scheitern.

Immer, wenn Alexander Huber (43) Zeit hat, schnappt er sich sein kleines Notizbuch und fährt Bus. Notiert Haltestellen, Ampeln, Abstände und betreibt Streckenkunde. Das ist kein illustres Hobby – Huber lässt sich zum Busfahrer ausbilden. Und wenn er den blauen Riesen nicht selbst lenkt, schaut er einem erfahrenen Kollegen über die Schulter.

Es sind solch engagierte Menschen wie Alexander Huber, die die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gerade braucht. Zwar gibt es momentan 800 Fahrer – etwa 1500, wenn man die 13 Kooperationspartner hinzu zählt. „Im Moment haben wir genug“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte – noch. Denn das Netz wächst, der Bedarf im ÖPNV steigt. 250 Mitarbeiter will das Unternehmen heuer einstellen, darunter rund 130 für die 317 Fahrzeuge umfassende Busflotte. Und es wird immer schwerer, Bewerber zu finden. „Wir brauchen aber noch viel mehr Fahrer, um den Ausbau des Angebots in den nächsten Jahren gewährleisten zu können“, sagt Korte.

Jetzt ist aber erst mal Alexander Huber an der Reihe. Er lässt sich in den graumelierten Sitz seines Fahrzeugs sinken, wirft noch einen letzten kontrollierenden Blick in den Spiegel. Mit dem Einrasten des Fahrergurts hebt sein Lehrer den Daumen zum Kommando: Es kann losgehen! Mit den Zehenspitzen auf dem Gaspedal ist Huber Herr über den blauen Riesen: zwölf Meter lang, zweieinhalb Meter breit und dreizehn Tonnen schwer. Voll beladen können bis zu achtzehn Tonnen über die Straße donnern. Huber gibt Gas – und rollt mit 25 Sachen Richtung Autobahn. Wohin ihn der Weg heute führt, weiß der 43-Jährige noch nicht. Wichtig ist nur, dass er ankommt.

Alexander Huber am Steuer.

Heuer erstmals zusätzlicher Kurs

Alexander Huber ist einer von 16 Busfahrschülern bei der MVG. In Fröttmaning werden jedes Jahr drei solcher Einheiten angeboten. Weil aber der Druck auf das Unternehmen so groß geworden ist, neues Personal einzustellen, gibt es seit diesem Jahr erstmals einen zusätzlichen Kurs, der extern angeboten wird.

Eigentlich hat Alexander Huber etwas anderes gelernt. Doch sein großes Interesse gilt der Fahrzeugtechnik, der Mobilität. Vor etwa einem Jahr hat er das Angebot bekommen, sich fortbilden zu lassen. Vor zwei Wochen hat er seine erste Prüfung abgelegt. „So aufgeregt bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Die wollten alles über Technik wissen“, erinnert sich Huber.

Unsere Reporterin Sarah Brenner mit Alexander Huber.

Die Ausbildung zum Busfahrer dauert in der Regel vier Monate und beginnt mit einer beschleunigten Grundqualifikation für diejenigen, die bereits einen Autoführerschein haben. Die Ausbildung gliedert sich in 18 Stunden theoretischen Unterricht in Fröttmaning und 58 Fahrstunden. Nach der Fahrschule folgt noch eine mehrtägige Einweisung in betriebliche Abläufe und der Ersteinsatz mit einem Lehrfahrer. Dann erst geht es allein auf die Straße.

Im vergangenen Jahr sind die Busse der MVG dort rund 32,5 Millionen Kilometer weit gefahren. Das entspricht gut 42 Fahrten zum Mond und wieder zurück. Oder einer 810-maligen Erdumrundung. Ein Ende ist nicht in Sicht. So soll das 495 Kilometer lange Streckennetz erweitert werden. Es werden neue Haltestellen zu den 987 hinzukommen, neue Linien zu den bestehenden 73 und den 14 Nachtlinien. Denn der Bedarf wächst kontinuierlich an: 2016 sind etwa 200 Millionen Passagiere mit den Bussen gefahren. 2010 waren es noch 175.

2018 soll ein City-Ring durch einen Ringschluss der Linien 58, 148 und 150 entstehen. Geplant ist ferner eine Nord-Ost-Tangente über die U-Bahn-Stationen Frankfurter Ring, Alte Heide und Arabellapark sowie die Verlängerung des ExpressBus X30 bis Hirschgarten/Steubenplatz.

Doch dazu braucht es nicht nur mehr Fahrzeuge, sondern eben auch mehr Personal. Neue, engagierte Fahrer wie Alexander Huber. Für den 43-Jährigen steht heute die achte Fahrstunde auf dem Programm. Noch muss er zwar den Anweisungen seines Fahrlehrers folgen, „aber schon bald bin ich ein richtiger Pilot der Straße“, sagt Huber. Und dann werden ihm irgendwann vielleicht die neuen Schüler über die Schulter schauen.

Übrigens: Die MVG sucht nicht nur Busfahrer, sondern zum Beispiel auch U-Bahn- und Tramfahrer. Mehr Infos und alle offenen Stellen gibt es unterwww.mvg-jobs.de. Dort kann man sich auch direkt bewerben.

Den Busfahrplan hat wohl schon jeder Münchner mal gesehen - doch kennen Sie schon diese kuriosen Fahrpläne Münchens?

Sarah Brenner, Sascha Karowski

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