Preise steigen trotzdem

MVG steuert auf Fahrgast-Rekord zu

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft steuert auf einen neuen Fahrgast-Rekord zu. Ein Plus von 2,9 Prozent steht heuer bisher zu Buche. Das entspricht einem Plus von rund 15 Millionen Fahrten. Die Fahrpreise werden trotzdem steigen.

Die bisherige Geschäftsentwicklung bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die die Münchner Bus-, Tram- und U-Bahn-Linien betreibt, lässt hochgerechnet 537 Millionen Fahrten im Gesamtjahr 2012 erwarten. 2011 waren es lediglich 522 Millionen Fahrten, was gegenüber 2010 eine Steigerung von 1,9 Prozent bedeutete.

Auch wenn der MVG-Zwischenstand noch nicht das Gesamtergebnis ist, zeichnet sich bereits ab, dass die Steigerungsraten der Jahre 2007 bis 2011, die zwischen 0,6 und 2,4 Prozent lagen, heuer deutlich übertroffen werden. Eine Rolle dürften dabei auch die hohen Kraftstoffpreise spielen, die mehr Pendler dazu bringen, statt dem Auto den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Die derzeit sehr positive Entwicklung bei der MVG hat der Münchner Wirtschaftsreferent und OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) mitgeteilt, der auch Mittler zwischen den Verkehrsbetrieben und dem Stadtrat ist.

Eine Nagelprobe dürfte auch in diesem Jahr der Ansturm zum Oktoberfest werden. Über vier Millionen Fahrgäste erwartet die MVG zu diesem Großereignis. Der U-Bahnhof Theresienwiese (U4/U5) wird da regelmäßig zum völlig überlasteten Nadelöhr. Die U-Bahn-Leitung hatte allein im vergangenen Jahr 170 Mal eine Sperre des Bahnhofs verhängen müssen, um es durch Nachdrängende nicht zu einer Katastrophe durch aufkommende Panik kommen zu lassen.

Laut MVG sind etliche Vorschriften zur Sicherheit verschärft worden. Die tödlichen Folgen der Massenhysterie bei der Love-Parade von Duisburg hat die MVG-Verantwortlichen zusätzlich sensibilisiert. Sie weisen regelmäßig darauf hin, dass man auch mit der U3 und U6 über Goetheplatz oder Poccistraße gut zur Wiesn kommt - oder zu Fuß vom Hauptbahnhof.

Die Dachgesellschaft MVV ist derzeit dabei, eine Tariferhöhung für das nächste Jahr auszutüfteln. Weil im Herbst 2013 Bundes- und Landtagswahlen anstehen, ist zu erwarten, dass die Steigerung nicht allzu krass ausfällt. Die neuen Preise werden ab Mitte Dezember gelten, bei Monatskarten erst zum neuen Jahr.

Eberhard Geiger

Rubriklistenbild: © Schlaf

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