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Steuerzahler muss für Olympia 2018 ran

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München - Nach der Bekanntgabe von Lotto Bayern als Sponsor für die Olympiabewerbung 2018 wächst bei den Grünen der Unmut, dass erneut die öffentliche Hand bei der Finanzierung einspringt.

„Dieses Unternehmen gehört zu 100 Prozent der bayerischen Finanzverwaltung“, monierte der Landesvorsitzende Dieter Janecek. Wieder einmal werde der Steuerzahler über Umwege herangezogen, die 33 Millionen für die Bewerbung aufzutreiben. Das Ziel war ein anderes: Das Geld sollten eigentlich private Unternehmen beibringen.

Am Dienstag hatte Michael Vesper, Aufsichtsratschef der Bewerbungsgesellschaft, verkündet, dass die Lotto-Gesellschaft als achter nationaler Förderer zwei Millionen Euro in die Bewerbung einbringen wird. „Die Wirtschaft steht zu der Bewerbung“, jubelte Vesper. Nikolaus Hoenning, Chef der Münchner Grünen, findet das „verwunderlich“. Vesper wolle die Bürger für dumm verkaufen, wenn er den Einstieg von Lotto Bayern als Beitrag der Wirtschaft feiere, ätzte Hoenning und titelte seine Mitteilung an die Presse mit den Worten „Idiotensteuer für Olympiavorbereitung“.

Nicht zum ersten Mal durfte sich die Bewerbungsgesellschaft über Geld von öffentlichen Unternehmen freuen. Der Flughafen München steuerte drei Millionen Euro zu, die Messe München eine. Weitere knapp drei Millionen stellte der Sparkassen- und Giroverband zur Verfügung. Nicht zuletzt haben die Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft - also der Freistaat, die Stadt München, die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land - Darlehen über insgesamt 2,7 Millionen bereitgestellt. 1,66 Millionen davon stammen von der Landeshauptstadt. Damit kommen mindestens 11,5 der gesicherten 24 Millionen Euro für die Bewerbung direkt oder indirekt aus öffentlichen Töpfen. Auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann (Grüne) berichtete die Staatskanzlei, dass die Bewerbungsgesellschaft allein fast 8,8 Millionen Euro für Beraterhonorare eingeplant hat.

Unterdessen veröffentlichte der Sportinformationsdienst eine selbst in Auftrag gegebene Umfrage, wonach 78,3 Prozent der Befragten hinter der Bewerbung Münchens stehen. 53,1 Prozent glaubten zudem daran, dass sich München im Juli 2011 gegen die Mitkonkurrenten Pyeongchang und Annecy durchsetzen wird.

Nach dem Rückzug von Willy Bogner an der Spitze der Bewerbung sagte Ex-Skirennläufer Christian Neureuther derweil, er stehe als Nachfolger für Bogner nicht zur Verfügung. „Ich kann mir dieses Amt für mich nicht vorstellen.“

Matthias Kristlbauer

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