Steward lässt Passagier aus Flieger werfen

München - Die haben sich offenbar nicht richtig verstanden: Wegen Kommunikations-Problemen hat ein  Steward einen  Passagier aus dem Flieger werfen lassen. Der fordert Schadenersatz von der Lufthansa.

Die Geschichte ist Kai K. nach wie vor so peinlich, dass er seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will. In einer Lufthansa-Maschine hatte der Münchner Geschäftsmann und Vielflieger vor geraumer Zeit Ärger mit einem Steward. Der fühlte sich beleidigt und ließ Kai K. kurzerhand aus dem Flugzeug bringen.

Umringt von Bundespolizisten stand der Geschäftsmann schließlich mit seiner Frau und seinen beiden Kindern mitten auf dem Rollfeld am Franz-Josef-Strauß-Flughafen, während seine Maschine in die Ukraine abhob. Jetzt hat Kai K. die Lufthansa verklagt. Vor dem Münchner Landgericht fordert der Geschäftsmann Schadenersatz in Höhe von rund 4600 Euro von der Gesellschaft. Er habe für sich und seine Familie einen neuen Flug nach Lviv (Lemberg) buchen müssen.

Zudem habe er dort einen wichtigen Termin verpasst, der dem Urlaub vorausging. Für das traumatische Erlebnis, das nicht nur ihn, sondern vor allem seine Kinder sehr geschockt habe, will Kai K. außerdem 5000 Euro Schmerzensgeld. Am Check-In-Schalter hatte Kai K. an jenem Tag für sich und seine Familie Sitzplätze am Notausgang zugewiesen bekommen. Im Flieger jedoch wies ein Steward ihn darauf hin, dass Kinder dort nicht sitzen dürfen. „Jetzt blicke ich aber nicht mehr durch“, will Kai K. darauf gesagt haben.

Der Steward hörte: „Sie blicken nicht durch.“ Das Missverständnis sorgte für weiteren Unmut. Es folgte ein Streit ums Handgepäck, in dem Kai K. den Steward als „Vollidiot“ bezeichnet haben soll, was der Geschäftsmann aber vehement abstreitet. Er fügte nur noch hinzu: „Sie brauchen dann auch nicht mehr kommen, für den kurzen Flug brauche ich keinen Service.“ Der Steward verstand „Kommen Sie mir bloß nicht mehr zu Nahe“ und glaubte nun, von Kai K. gehe eine erhebliche Gefahr für Crew und Gäste aus.

Er alarmierte den Piloten, der wiederum die Bundespolizei rief. Uniformierte begleiteten Kai K. und seine Familie aus dem Flieger. „Alle haben uns angeschaut.“ Während die Maschine mit 40 Minuten Verspätung startete, brachten die Beamten Kai K. zurück zum Terminal. 250 Euro will die Lufthansa zahlen als Ersatz dafür, dass er später einen anderen Flug nehmen musste. Seine Familie hätte auch alleine hätten fliegen können, für die galt die Beförderungsverweigerung nicht.

 „Ich lasse meine Familie doch nicht alleine“, empört sich Kai K. Mit 250 Euro will er sich nicht zufrieden geben, „weil mir diese schreckliche Situation damit nicht genügend gewürdigt wird“. Kai K. will eine offizielle Entschuldigung. Einigen sich die Parteien nicht, ergeht am 17. Dezember ein Urteil.

Bettina Link

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