Schwerer Unfall auf A9 bei München - Autobahn gesperrt - Hubschrauber im Einsatz

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Schluss mit lustig: Dieter Reiter (59, SPD) schießt scharf gegen die beiden Staatsminister Markus Söder (51) (Archivfoto).

Diesel-Busse 

Schluss mit lustig: OB Reiter schreibt bissigen Brief an die Minister

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Stunk wegen der Diesel-Stinker! Jetzt schießt OB Dieter Reiter (59, SPD) scharf gegen die beiden Staatsminister Markus Söder (51) und Marcel Huber (60, beide CSU).

München - Beide hatten in jüngsten Äußerungen zum Thema Luftreinhaltung die Stadt München kritisiert. Die trage selbst nennenswert zu der Problematik der hohen Stickoxid-Konzentration und den damit verbundenen Diesel-Fahrverboten bei. Rumms!

So kontert Reiter die Kritik an München 

Reiter kontert jetzt in einem Schreiben an Söder und Huber. Offenbar seien den beiden „hinsichtlich der Situation in München und der diesbezüglichen Verantwortlichkeit des Freistaates Bayern und des Bundes beim Thema Luftreinhaltung einige Tatsachen noch etwas unklar“. Er – der OB – sei nun gern bereit, „einige Erläuterungen“ mitzugeben. In der Hoffnung, „dass Sie Ursachen und Abhilfemöglichkeiten künftig besser nachvollziehen können“. Zudem vertraue Reiter darauf, dass diesbezügliche Äußerungen demnächst die notwendige Differenziertheit haben werden. „Ich denke, das sind wir der Bevölkerung schuldig, auch wenn im Herbst Landtagswahlen anstehen.“

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Reiter gegen Söder – wir kennen die beiden lachend nebeneinander, zum Beispiel vom Starkbier-Anstich. Aber jetzt, beim Diesel, ist Schluss mit lustig!

Hat München wirklich so viele Diesel-Busse?

Der Rathaus-Chef stänkert weiter: Beide Minister hätten zuletzt mehrfach behauptet, dass „in München ja mindestens 500 schmutzige Diesel-Omnibusse der Münchner Verkehrsgesellschaft herumfahren“ würden. Laut OB jedoch entsprächen von den 580 Diesel-Bussen circa 200 der Euro-Norm 6. Ein Diesel-Gelenkbus verursache zwar im Betrieb so viel Stickoxid wie ein Mittelklasse-Auto, sei aber im Durchschnitt mit 20 Personen besetzt, ein Pkw hingegen mit durchschnittlich 1,3 Personen. Die gesamte Busflotte der Stadt trage 0,6 Prozent zum Gesamtverkehr bei. Der Anteil am Dieselverkehr betrage ein Prozent. „Könnten wir bereits ab morgen alle Busse elektrisch betreiben, dann würden sich die NOX-Emissionen in München leider nur um etwa ein Prozent verringern“, sagt Reiter. 

Private Diesel-Autos sind das Problem

Über zwei Drittel der Emissionen würden jedoch von privaten Diesel-Pkw verursacht. „Das bedeutet, dass die Grenzwerte nur dann eingehalten werden können, wenn sich im Bereich der Diesel-Pkw signifikante Reduzierungen realisieren lassen.“ Dafür trage nicht die Stadt die Verantwortung, sondern Bundes- und Landesregierung.

Dicke Luft: Münchens schlimmste Stinker-Straßen.

Es stimmt: Die MVG betreibt viele Diesel-Busse. In Zeiten der Stickoxid-Debatte will der OB in dieser Richtung trotzdem keine überzogene Kritik akzeptieren.

Diesel-Busse und Taxis sind die Stickoxid-Sünder

Marcel Huber

Staatsminister Huber habe ferner beklagt, dass die Stadt bei den Taxi-Flotten nicht regulierend eingreife. „Wir können Taxiunternehmen nicht die Antriebsart ihrer Fahrzeuge vorschreiben“, erwidert Reiter. Gleichwohl leiste München mit der E-Taxi-Förderung schon jetzt einen Beitrag zur Luftreinhaltung.

Reiter merkt süffisant an, sollte es Nachfragen zum Thema Elektromobilität, Luftreinhaltung und Umstellung der MVG-Busflotte geben, sollten sich Söder und Huber doch „gern an den hierfür zuständigen Bürgermeister Josef Schmid wenden“. Der ist von der CSU…

Die Grafik zeigt, wo sich die am schlimmsten belasteten Straßen in München befinden.

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Was bedeutet das Stuttgarter Diesel-Urteil für München?

S. Karowski

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