Nur mit Plakette ist die Fahrt in die Innenstadt erlaubt. ddp

Stinker im städtischen Fuhrpark

München - Wenn in den nächsten Jahren auch Autos mit roter und gelber Plakette aus der Umweltzone verbannt werden, muss sich nicht nur mancher Privatmann nach einem neuen Fahrzeug umsehen.

Auch bei der Stadt und ihren Tochterfirmen wird man über den Gang zum Autohändler nachdenken müssen. Denn für städtische Behörden tun noch vergleichsweise viele dieser Stinker Dienst.

Seit fast fünf Monaten gilt nun die Innenstadt als Umweltzone. Fahrzeuge, die zuviel Feinstaub ausstoßen und keine grüne, gelbe oder rote Plakette erhalten haben, dürfen nicht mehr in den Bereich innerhalb des Mittleren Rings fahren. Voraussichtlich Mitte nächsten Jahres sind auch Autos mit roter Plakette betroffen. 2012 oder 2013 sind Kfz mit gelbem Pickerl dran.

Michael Mattar, Chef der Rathaus-FDP, ist kein Freund der Umweltzone. Er hatte deshalb bei der Stadt nachgefragt, wie es denn um deren Autos bestellt ist. Dabei stellte sich heraus, dass 420 Fahrzeuge von Stadt und Tochterunternehmen mit gelber Plakette unterwegs sind, 248 mit roter. Das sind insgesamt rund 26 Prozent der Autos mit Plakette. Am gesamten Münchner Fahrzeugbestand machen Wagen mit gelbem oder rotem Wapperl indes nur knapp 15 Prozent aus. „Eine glaubwürdige Umweltpolitik sieht anders aus“, schimpft FDP-Fraktionschef Mattar. Bevor Verschärfungen der Umweltzone beschlossen würde, müssten Stinker aus dem städtischen Fuhrpark verschwinden.

Dass die Stadt relativ viele solcher Autos habe, erklärte Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne) mit einer geringeren Laufleistung. Neuanschaffungen seien deshalb seltener. Wenn die Umweltzone aber verschärft werde, würden auch städtische Fahrzeuge mit roter und gelber Plakette verschwinden. Ausnahmen seien nicht vorgesehen. „Die Stadt muss Vorbild sein.“

Wieviele ihrer Fahrzeuge laut Gesetz auch ohne Plakette in die Umweltzone fahren dürfen – also Feuerwehrautos oder Arbeitsmaschinen – diese Auskunft erteilte die Stadt nicht. Es gebe hierfür keine Statistik, hieß es.

Matthias Kristlbauer

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