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Streik trifft Pendler: Auswirkungen bis Dienstag

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Von: Philipp Vetter

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Bahn, Streik, München
Vom Streik bei der Deutschen Bahn sind auch die S-Bahn, der Regional- und Fernverkehr betroffen. Für die Pendler heißt es: warten. © Klaus Haag

München - Der bundesweite Warnstreik der Lokführer hat am Montagabend in München zu Beeinträchtigungen für die Fahrgäste geführt. Die Landeshauptstadt war Schwerpunkt des Streiks - die Auswirkungen werden bis Dienstag zu spüren sein.

Update vom 4. Mai 2015: Sieben Tage will die GDL diesmal streiken. Die Akzeptanz für den Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn sinkt zunehmend. Wer zur Arbeit muss oder aus anderen Gründen auf Bahn und S-Bahn angewiesen ist, muss sich schon jetzt nach Alternativen umschauen. Wir haben alle Infos zum Bahnstreik für Sie zusammengefasst.

Update vom 19. Februar 2015: Auch im Februar 2015 steht den Pendlern in München wieder ein Bahnstreik ins Haus. Diesmal könnte die S-Bahn sogar vier Tage stillstehen. Was den Pendlern drohen könnte, haben wir zusammengefasst.

Update vom 8. November: Der Bahn-Streik der GDL dauert auch am Samstag noch an - und zwar bis 18 Uhr. Auch danach wird es im Regional- und Fernverkehr sowie bei der S-Bahn vereinzelt noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Bei der S-Bahn in München hat sich die Lage am Samstag allerdings etwas entspannt. Die Bahn konnte zusätzlich zum Ersatzfahrplan einige weitere Züge anbieten. Mehr über die aktuelle Lage erfahren Sie in unserem Live-Ticker zum Bahn-Streik. Hier halten wir Sie den ganzen Tag über mit News und Infos auf dem Laufenden.

Update vom 7. November: Der 98-Stunden-Streik bei der Bahn geht weiter. Auch an Tag zwei müssen sich Pendler und Bahnfahrer auf lange Wartezeiten und Zugausfälle einstellen. Alle Infos zur aktuellen Lage in München gibt's in unserem Streik-Live-Ticker vom Freitag.

Update vom 6. November: Die GDL hat erneut zum Bahn-Streik aufgerufen. Dieses Mal dauert der Arbeitskampf knapp 100 Stunden! Seit Donnerstagmorgen, 2 Uhr, stehen die meisten Züge im Regional- und Fernverkehr still. Wir versorgen Sie den ganzen Tag über in unserem Live-Ticker zum Bahn-Streik mit aktuellen News, Infos und Bildern.

Update vom 17. Oktober 2014: Schon wieder hat die GDL zum Streik bei der Bahn aufgerufen. Dieses Mal soll der Verkehr auf den Schienen das gesamte Wochenende lahmgelegt werden. Betroffen ist erneut der Regional- und Fernverkehr in ganz Deutschland und auch die S-Bahn in München. Alle News und Infos rund um den Bahn-Streik lesen Sie in unserem Ticker

Update vom 15. Oktober 2014:  Gut eine Woche nach dem bundesweiten Streik bei der Bahn werden am Mittwoch ab 14 Uhr die Züge erneut stillstehen. Die GDL hat auch dieses Mal zu einem Streik aufgerufen, der den Regional- und Fernverkehr sowie die S-Bahnen lahmlegen wird. Wir halten Sie wie gewohnt in unserem Ticker zum Bahn-Ausstand über alle News und Entwicklungen auf dem Laufenden.

Update vom 7. Oktober 2014: Gut einen Monat nach dem Streik bei der Bahn im September werden Lokführer und andere Bahn-Mitarbeiter erneut die Arbeit niederlegen. Der Streik beginnt am Dienstag um 21 Uhr und betrifft auch München (inklusive S-Bahn). Alle News und Infos zum Bahn-Streik lesen Sie in unserem Ticker.

Der Warnstreik bei der Bahn hat am Montagabend Zigtausende Pendler und Fernreisende getroffen. Mit Nachwirkungen müsse noch im Berufsverkehr am Dienstagmorgen gerechnet werden, warnte ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Es sei eine große Herausforderung, die Züge alle dorthin zu bringen, wo sie nach dem Fahrplan sein müssten. Er empfahl Reisenden, sich bei der Bahn im Internet zu informieren.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Montag ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt und ihre Mitglieder zu einem bundesweiten dreistündigen Warnstreik im Personen- und Güterverkehr aufgerufen. GDL-Sprecher Stefan Musiol sprach in Frankfurt von erheblichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Neben Lokführern waren auch Zugbegleiter und Lokrangierführer zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Zugausfälle schon kurz nach 18 Uhr

Anzeigetafeln in den Bahnhöfen kündigten schon kurz nach Streikbeginn um 18 Uhr Zugausfälle und Verspätungen im Fernverkehr wie auf Regionalstrecken an.

Kurz nach 18 Uhr an den S-Bahn-Gleisen am Münchner Hauptbahnhof: Aus den Lautsprechern kommt eine Durchsage. „Aufgrund eines Streiks werden mehrere Züge ausfallen und sich erheblich verspäten.“ Viele Fahrgäste scheinen überrascht, müssen nun länger warten. Die Bahn hat den Takt von S-Bahn-Linien von 10 auf 20 Minuten geändert. „Da muss man sich wohl dran gewöhnen“, sagte Elisabeth Gruber. Sie trägt es mit Fassung: „Besser am Abend als morgens, wenn man zur Arbeit muss.“

Andere waren da schon wütender. „Ich kann das nicht nachvollziehen“, sagte eine Frau, die ihren Namen nicht nennen will. „Es trifft immer den Endkunden, erst die Piloten, nun die Lokführer. Die sollen sich an einen Tisch setzen und verhandeln.“ Und ein Mann, dessen Zug pünktlich fährt, sagt: „Glück im Unglück“. Trotzdem meint er: „Das ist gut für die Mitglieder der Gewerkschaft, aber schlecht für die Kunden.“

Die Lokführergewerkschaft will dem ersten Warnstreik ein oder zwei weitere folgen lassen, wenn die Deutsche Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlege. Das kündigte GDL-Chef Claus Weselsky zum Streikauftakt im Berliner Hauptbahnhof an. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung „über längerfristige Maßnahmen“. Weselsky betonte, „ich sehe im Augenblick keine Geschäftsgrundlage für weitere Verhandlungen.“ Beim letzten großen Streik bei der Deutschen Bahn im Jahr 2007 waren Lokführer auf dem Höhepunkt des Arbeitskampfes 62 Stunden am Stück in den Ausstand getreten.

Fünf Prozent mehr Geld und eine kürzere Arbeitswoche

Die Bahn müsse endlich anerkennen, dass die GDL rund 51 Prozent der 37.000 Beschäftigten des Zugpersonals vertrete, während die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nur einen Organisationsgrad von 21 Prozent habe, sagte Weselsky. Die Bahn will erst über tarifliche Verbesserungen verhandeln, wenn die beiden rivalisierenden Gewerkschaften kooperieren.

Mit der Konkurrenzgewerkschaft, der EVG, liegt die GDL seit langer Zeit im Clinch: Die GDL hatte nicht nur für die rund 20.000 Lokführer, sondern auch für 17.000 andere Beschäftigte des Zugpersonals Forderungen erhoben, für die bisher die EVG verhandelte. Die GDL verlangt für sie alle fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Der Streit zwischen den Gewerkschaften macht eine Einigung mit der Bahn zusätzlich kompliziert.

Die bundeseigene Deutsche Bahn hatte der GDL am Morgen ein neues Tarifangebot vorgelegt. Darin bietet die Bahn den Lokführern ein Lohnplus von 1,9 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit an. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber wies in Köln den Gewerkschaftsvorwurf zurück, er blockiere die Tarifverhandlungen.

Das passierte am Montag

Entgegen früherer Meldungen sollen nicht nur die Lokführer von Güterzügen, sondern alle bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisierten Lokführer von 18 bis 21 Uhr in den Ausstand treten. Aktuell informiert die Deutsche Bahn auch über ihren Twitter-Account.

Eine Sprecherin der GDL bekräftigte gegenüber dem Münchner Merkur, dass auch der Personennahverkehr betroffen sein wird. „Wir schonen die Pendler aber, indem wir erst nach der Hauptverkehrszeit um 18 Uhr mit dem Streik beginnen“, sagte die Sprecherin.

Die Bahn teilte inzwischen mit, dass sie aufgrund der vagen Informationen der DGL keine näheren Angaben zum Warnstreik machen kann. Pendlern wird aber empfohlen, vor 18 Uhr daheim beziehungsweise nicht mehr auf S-Bahn-Fahrten angewiesen zu sein. Für viele Berufstätige dürfte das allerdings ein schwieriges Unterfangen sein.

Aus betrieblichen Gründen müssen die Züge des 10-Minuten-Takts ab etwa 17.30 Uhr entfallen. Nähere Informationen auch unter www.s-bahn-muenchen.de/streckenagent.

Bahn fordert die GDL auf, den Streik-Aufruf zurückzunehmen

Die Deutsche Bahn forderte die GDL dazu auf, ihren Warnstreik-Aufruf zurückzunehmen. Das Unternehmen habe der GDL am Morgen ein neues Tarifangebot vorgelegt, teilte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber mit. Es enthalte die Bereitschaft, über alle Tarifforderungen der GDL für Lokomotivführer zu verhandeln. Die GDL lehnte das Angebot ab.

Philipp Vetter/kg/dpa

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