Streit um E-Zigarette: Wirteverein tobt

München - Der Streit um die E-Zigarette geht in die nächste Runde: Jetzt meldet sich der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur zu Wort und fordert ein Ende des "Überregulierungswahns".

Die Diskussion ums Rauchen schlägt wieder hohe Wellen: Diesmal geht es nicht um "echten" Tabak, sondern um die E-Zigarette, die gedampft und nicht geraucht wird. Der Münchner Merkur hatte in seiner Ausgabe vom 2. Januar berichtet, dass das Liquid, mit dem der teerfreie Dampf erzeugt wird, von der Regierung von Oberbayern als Arzneimittel eingestuft wurde. Somit ist das nikotinhaltige Liquid nicht mehr in E-Zigaretten-Läden erhältlich, sondern nur noch in Apotheken zu bekommen.

Jetzt hat sich der Verband zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung spricht der VEBWK von einer "schier unaufhörlichen Welle der Verbote", die über die Bürger hereinbreche und macht sich gegen die neue Einstufung der E-Zigarette stark.

"Durch die grassierenden Rauchverbote erfreuen sich die E-Zigaretten nun größerer Beliebtheit, was aber sofort die Nichtraucherschützer auf den Plan gerufen hat", heißt es in der Erklärung des Verbands, der in der Klassifizierung als Arzneimittel einen "Eingriff in die freien Märkte" sieht.

Weiter führt der Verband aus, dass es keine haltbaren Untersuchungen über die Wirkung der E-Zigarette gebe, die diese Einstufung rechtfertige. Zudem weist die Geschäftsführerin, Dr. Ursula Zimmermann, darauf hin, dass "ein Passivrauch-Risiko nahezu ausgeschlossen ist, da der Dampf wohl kaum belästigend wirkt und auch nicht durch Geruch wahrgenommen werden kann".

Den Behörden wirft der Verband vor, erst an Verbote zu denken, "ohne sich die Mühe zu machen, ordentlich zu recherchieren". Diesem "Überregulierungswahn" wolle der VEBWK entgegenwirken, weil "so Unfrieden gestiftet und dem Bürger die Selbstverantwortung abgesprochen" werde.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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