Was die Stadtwerke als Grund nennen

Strompreis in München steigt um fast vier Prozent

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München - Die Stadtwerke München (SWM) erhöhen den Strompreis für Privat- und Gewerbekunden zum 1. März um 3,9 Prozent. Seit 2010 ist der Strompreis um etwa ein Viertel gestiegen – obwohl die Großhandelspreise rückläufig sind. 

Während die Stadtwerke München den Gaspreis zum 1. Januar um drei Prozent gesenkt haben, wird es für Stromkunden teurer. Der Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 kWh zahlt ab 1. März monatlich 61,47 Euro. Dies entspricht einer Preiserhöhung um 2,29 Euro oder 3,9 Prozent. Die Stadtwerke begründen den Schritt mit den zum Jahreswechsel abermals gestiegenen Stromnebenkosten. Steuern, Abgaben und die behördlich regulierten Netzentgelte hätten im Jahr 2016 einen neuen Höchstwert erreicht. „Sie machen bereits rund 79 Prozent des Strompreises in München aus“, heißt es in einer Stellungnahme. „Auf diese Preisbestandteile hat die SWM-Versorgungs-GmbH keinen Einfluss.“ Lediglich die verbleibenden 21 Prozent entfallen auf die Energiebeschaffung, also den Stromeinkauf, sowie die Kosten, die den Stadtwerken durch Vertrieb und Service entstehen.

Im Gegensatz zu Steuern und Abgaben sind die Strom-Beschaffungskosten zuletzt sogar gesunken. „Wir konnten den Strom für das Jahr 2016 günstiger einkaufen. Diese Einkaufsvorteile geben wir – wie auch schon in der Vergangenheit – weiter. Dadurch können wir den Kostenanstieg für unsere Kunden erheblich abfedern,“ sagt Thomas Lüers, Leiter Vertrieb Privat- und Gewerbekunden bei den Stadtwerken.

Im Jahr 2010 musste ein Münchner Haushalt für einen Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden 603 Euro an die Stadtwerke bezahlen. Davon entfielen 350 Euro auf Strombeschaffung und Netzentgelte, 253 Euro auf Steuern und Abgaben.

Ab März 2016 wird ein Haushalt in München 745 Euro pro Jahr für 2500 Kilowattstunden berappen müssen. Der Anteil für Strombeschaffung und Netzentgelte liegt dann bei 339 Euro und damit weniger als noch im Jahr 2010. Dagegen ist der Anteil an Steuern und Abgaben mit 406 Euro anteilig immens gestiegen – im Vergleich zu 2010 um rund 60 Prozent. Der größte Preistreiber ist dabei die Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG), die den Ausbau von regenerativen Energien aus Wind und Sonne in Deutschland ankurbeln soll. Im Jahr 2006 betrug die EEG-Umlage noch 0,8 Cent pro Kilowattstunde Strom, mittlerweile sind es 6,35 Cent.

Beim Strommix und dem Angebotsspektrum bleiben die Stadtwerke ihrer bisherigen Linie treu. Das Standard-Angebot „M-Strom privat“ besteht aktuell zu etwa 38 Prozent aus erneuerbaren Energien und zu 62 Prozent aus fossilen Energieträgern (überwiegend Erdgas und Kohle), der Atomstrom-Anteil liegt bei null Prozent. Die Stadtwerke bieten auch einen reinen Ökostrom-Tarif an.

Den Stadtwerken ist wichtig zu betonen, dass die Preise in München auch nach der Erhöhung ab 1. März moderat seien. „Wir bieten die günstigsten Preise für Strom, Erdgas und Trinkwasser im Vergleich der Grundversorger in den zehn größten deutschen Städten an“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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