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Bub (3) stürzt 200 Meter in die Tiefe - Schwere Rodelunfälle mit Kindern

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München/Piding - Ski und Rodel gut heißt es derzeit in den Alpen. Doch das Schneevergnügen ist gefährlich, vor allem für Kinder. Jetzt sind beim Rodeln ein dreijähriger Bub aus München und ein Achtjähriger aus Piding (Landkreis Berchtesgadener Land) schwer verunglückt. Die Polizei warnt speziell vor aufblasbaren Rutschgeräten.

Der dreijährige Bub aus München hatte mit seinen Eltern einen Ausflug nach Mayrhofen ins Zillertal (Österreich) unternommen. Gegen 12.45 Uhr machte die Familie beim Iglu-Dorf, rund 100 Meter von der Bergstation des Ahorn-Skiliftes auf einer Höhe von 1980 Metern, eine Rast. Währenddessen fuhr der kleine Bub mit seinem Bob mehrfach ganz allein einen kleinen Hügel am Rand der Piste hinunter. Mit fatalen Folgen.

Aus bislang ungeklärter Ursache kam er von der markierten Strecke ab, schoss unter einem Absperrseil hindurch und stürzte mit dem Lenk-Bob 200 Meter über steiles, felsiges Gelände einen Abhang hinunter. "Wegen des geringen Gewichtes des Kindes brach es nicht in den Tiefschnee am Rand der Piste ein. Es raste vielmehr darüber hinweg und auf das stark abschüssige Gelände zu", so Wolfgang Stattmann, Inspektionskommandant von der Polizei Mayrhofen.

Der Dreijährige zog sich beim Sturz Kopfverletzungen zu. Da der Rettungshubschrauber aufgrund des unwegsamen Geländes nicht landen konnte, seilten sich ein Notarzt und ein Flugretter zum Buben ab. Sie nahmen vor Ort eine medizinische Erstversorgung vor und machten den Dreijährigen am Tau fest.

Der Bub, der die ganze Zeit über bei Bewusstsein war, konnte erst bei einer späteren Zwischenlandung an Bord genommen werden. Er wurde in die Klinik nach Innsbruck gebracht. Nach Angaben des Österreichischen Rundfunks wird der Dreijährige nach Auskunft der Ärzte keine bleibenden Schäden davontragen. Der Bub konnte die Intensivstation gestern wieder verlassen.

Ebenfalls ein schwerer Rodel-Unfall hat sich in Piding im Landkreis Berchtesgadener Land ereignet. Ein Achtjähriger kam gegen 14 Uhr auf einem aufblasbaren Rutschgefährt von der Schlittenabfahrt Staufeneck ab und prallte mit den Beinen voraus ungebremst gegen einen Baum. Früher diente der Hang als Skipiste, heute sind dort nur Rodler und Schlittenfahrer unterwegs.

Der Achtjährige brach sich dabei den Oberschenkel. Er wurde vom Bayerischen Roten Kreuz geborgen mit einem Rettungshubschrauber ins Landeskrankenhaus nach Salzburg geflogen.

Für den Buben hätte der Unfall weitaus schlimmere Folgen haben können. "Bei hoher Geschwindigkeit kann solch ein Aufprall sogar tödlich sein", sagt Markus Leitner vom BRK Kreisverband Berchtesgadener Land. "Schwere Bauch- und Kopfverletzungen sind möglich." In der Vergangenheit hatte Leitner schon öfter mit Rodelunfällen zu tun gehabt. Immer wieder waren aufblasbare Lkw-Reifen oder Rutschgeräte im Spiel.

Von derartigen Gefährten rät auch Oberkommissar Meißner von der Polizei Bad Reichenhall eindringlich ab. Er ist mit dem Unfall in Piding befasst. "Das Problem bei den Reifen ist, dass sie ab einer gewissen Geschwindigkeit nicht mehr lenkbar unddamit absolut unkontrollierbar sind. Das Gerät folgt dann einfach dem Geländeverlauf. Außerdem werden sie wahnsinnig schnell", so Meißner. "Wenn überhaupt, sollten sie nur ins dafür vorgesehenen Kanälen und keinesfalls im freien Gelände verwendet werden." Zudem sei darauf zu achten, so der Polizeioberkommissar, dass die Schnee-Gefährte ein Sicherheitszeichen vom TÜV tragen.

Wie gefährlich das Wintersportvergnügen mit Bob, Schlitten und Co. ist, belegt auch eine Einsatz-Statistik der Bergwacht Bayern. Für das Jahr 2006 sind darin 273 Rodelunfälle im Freistaat verzeichnet. Im Vergleich dazu gab es beispielsweise 217 Einsätze bei Bergwanderern und 42 bei Ski-Tourengehern.

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