Mehr Raum für Fußgänger: Eine Flaniermeile mit weniger Verkehr, breiten Bürgersteigen und mehr Bäumen soll das Tal zwischen Marienplatz und Isartor werden. Simulation: FKN

Das "Tal" soll zur Flaniermeile werden

München - Das Tal soll schöner werden. Dafür will die Stadt den Verkehr aus der Straße zwischen dem Isartor und dem Marienplatz weitgehend verbannen. Breite Bürgersteige, Bänke und mehr Grün sollen aus der tristen Straße eine Flaniermeile machen.

Das Konzept des Planungsreferats, das nun im Bezirksausschuss Altstadt/Lehel vorgestellt wurde, soll ab dem Frühjahr 2010 umgesetzt werden. Die Umgestaltung der Straße wird insgesamt rund eineinhalb Millionen Euro kosten.

Der Bezirksausschuss hatte die Verkehrssituation im Tal in der Vergangenheit mehrfach kritisiert und eine schnelle Lösung gefordert (wir berichteten). Busse und Taxis, aber auch viele private Autos machen Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern derzeit das Leben schwer. „Im Moment dominiert im Tal die Fahrbahn klar den Straßenraum“, sagte Florian Hochstätter vom Planungsreferat. Für die vielen Passanten, die zwischen Marienplatz und Isartor ihren Einkäufen nachgingen, sei auf den schmalen Bürgersteigen nicht ausreichend Platz. Auch für weitere Bäume fehle der Raum. Doch gerade in den Sommermonaten seien Schattenplätze in einer Großstadt wichtig. „Wir wollen den Bürgern die Möglichkeit zur Rast geben“, sagte Hochstätter. Dafür plant das Baureferat, 16 Bänke im Tal aufzustellen.

Nach der Umgestaltung sollen Fußgänger im Tal überall Vorrang haben. Ein veränderter Straßenbelag, der eine optische Einheit mit den breiten Bürgersteigen bildet, soll deutlich machen: Autofahrer stehen hinten an. Für sie wird es im Tal künftig deutlich weniger Parkplätze geben. Die geplante Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring bietet aber einen Ersatz für die Stellplätze und soll ebenfalls einen Beitrag zur Verkehrberuhigung des Tals leisten. Radfahrer hingegen können sich auf die Umgestaltung freuen: Neben der zusätzlichen Sicherheit durch die Verkehrsberuhigung, wird es auch mehr Fahrradständer im Tal geben.

Im Bezirksausschuss gab es auch kritische Stimmen zum Konzept. „Warum werden die Bürgersteige breiter angelegt, um anschließend mit Bäumen und Bänken wieder verschmälert zu werden?“ fragte Felicia Englmann (CSU). Die Christsozialen bemängeln auch, dass der Blick auf einige Sehenswürdigkeiten durch die neuen Bäume verdeckt werden könnte. Diese Befürchtung teilt Thomas Lange (SPD) nicht. Wenn beim Fotografieren ein Baum störe, könne man schließlich die Straßenseite wechseln. „Wir brauchen eine Stadt für Leute, die hier wohnen, und nicht für die Touristen.“

Alke Ebba Habbe

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