+
der berühmte "Tatort"-Vorspann

"Tatort": Grafikerin bekommt mehr Geld für den Vorspann

München - Das Landgericht München hat einer Grafikerin die Urheberrechte am bekannten "Tatort"-Vorspann zugesprochen. Ihr Name muss nun gennannt werden und sie bekommt mehr Geld.

In Ausstrahlungen der TV-Kriminalserie “Tatort“ muss künftig der Name der Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa als Urheberin des wohl bekanntesten Fernseh-Vorspanns genannt werden. Die 21. Zivilkammer des Münchner Landgerichts hat nach Angaben vom Donnerstag das Urheberrecht der Künstlerin an dem Vorspann mit dem Auge im Fadenkreuz und den Beinen des davon laufenden Täters bestätigt und ihr Anspruch auf Auskunft über den Umfang der Nutzung zugesprochen (Az.: 21 O 11590/09).

Ziel der Grafikerin ist eine Nachvergütung, sie hat seinerzeit eine einmalige Bezahlung von umgerechnet etwa 1.300 Euro erhalten. Der “Tatort“ wurde ein Dauererfolg mit derzeit nahezu täglichen Wiederholungen von Folgen in der ARD und dem ORF. Über die Höhe eines finanziellen Nachschlags wird gesondert entschieden, sollte das Urteil rechtskräftig werden.

Beklagte waren die ARD-Sender Bayerischer Rundfunk (BR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR). Die Grafikerin hat nach ihrer Darstellung den Vorspann entwickelt und gestaltet. Diese Leistung sei viel zu gering vergütet worden angesichts mutmaßlicher Millionen-Einkünfte der ARD aus der Ausstrahlung der Serie. An deren Erfolg habe ihre künstlerische Leistung maßgeblichen Anteil.

Laut BR hat eine Produktionsfirma den Vorspann im Auftrag des Senders gefertigt. Der Beitrag der Klägerin sei “untergeordnet“ gewesen. Das Gericht hörte dazu zahlreiche Zeugen, darunter den Schauspieler, dessen Augen und Beine in dem Vorspann gezeigt werden. Er konnte sich noch gut daran erinnern, damals auf Geheiß der Grafikerin immer wieder über den damaligen Flughafen Riem gerannt zu sein, bis sie mit der Szene zufrieden war.

Die Zivilkammer ist überzeugt, dass Böttrich-Merdjanowa den Vorspann entwickelt und maßgeblich filmisch umgesetzt hat. Wenn ihr Name als Urheberin künftig nicht genannt wird, droht den Sendern ein Ordnungsgeld von 250 000 Euro.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Faschingstreiben am Marienplatz: Ballermann-Legende gibt sich die Ehre - mit Live-Video
In München finden zu Fasching viele Partys statt. So auch am Faschingsdienstag (25. Februar). Eine „Ballermann“-Größe gibt sich auch die Ehre. Gleich zweimal.
Faschingstreiben am Marienplatz: Ballermann-Legende gibt sich die Ehre - mit Live-Video
Bachelor-Kandidatin rast mit 195 km/h durch München - jetzt ist klar, wer hinterm Steuer saß
Raser-Wahnsinn: Eine Bachelor-Kandidatin (RTL) sorgt mit einem Instagram-Video für Aufsehen. Jetzt ist klar, wer der Fahrer ist.
Bachelor-Kandidatin rast mit 195 km/h durch München - jetzt ist klar, wer hinterm Steuer saß
Coronavirus breitet sich aus - Münchnerin berichtet aus Wuhan: Zusammenreißen, „nicht in Panik zu verfallen“
Coronavirus: Silja Zhang stammt aus München. Die Radiologin lebt seit acht Jahren in Wuhan, das seit dem 23. Januar eine Geisterstadt ist. Wir haben mit ihr telefoniert.
Coronavirus breitet sich aus - Münchnerin berichtet aus Wuhan: Zusammenreißen, „nicht in Panik zu verfallen“
Kelly Family in ausverkaufter Olympiahalle - An alle Kelly-Spötter: Es war ein toller Abend
Die Kelly Family spielte am Sonntag vor einer ausverkauften Olympiahalle - und das technisch perfekt und mit viel Liebe für ihre Fans. Unsere Kritik:
Kelly Family in ausverkaufter Olympiahalle - An alle Kelly-Spötter: Es war ein toller Abend

Kommentare