Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Krankheitsüberträger: Tauben in der Stadt. 

"Konkrete Gesundheitsgefahr"

Urteil: Taubenfüttern am eigenen Balkon tabu

München - Ein Hausbewohner hat über lange Zeit auf seinem Balkon Tauben gefüttert. Der Eigentümergemeinschaft war das ein Dorn im Auge - sie zog vor Gericht. Nun ist das Urteil gefallen.

Taubenfüttern am Balkon der eigenen Wohnung – so etwas ist alles andere als erlaubt. Von Gesetzes wegen nicht, und schon gar nicht, wenn die Eigentümergemeinschaft etwas dagegen hat. Das geht aus einem Urteil des Münchner Amtsgerichts hervor.

In dem konkreten Fall hatte die Eigentümergemeinschaft von dem Beklagten aus München verlangt, dass er das Taubenfüttern auf seinem Balkon in Zukunft sein lässt. Hausdach und Balkon seien durch den Taubenkot bereits erheblich verschmutzt worden, warfen sie ihm vor. Der Taubenkot sei ein Überträger von Krankheiten. Zudem machten sie ihn auf das Taubenfütterungsverbot der Stadt aufmerksam, gegen das er verstoße.

Der Beklagte fütterte jedoch weiterhin seine gefiederten Lieblinge. Er sagte, er reinige seinen Balkon in der Regel jeden Tag mit einem Spachtel und habe Kalkpulver gestreut, um Schäden vorzubeugen. Für die Verschmutzungen machte er das „Flachdach“ an dem Haus verantwortlich. Die Warnung vor Krankheiten durch Taubenkot sei bloße Panik-Mache. Die Eigentümergemeinschaft klagte.

Das Gericht gab der Klage statt. Der Beklagte müsse das Taubenfüttern auf dem Balkon oder aus der Wohnung heraus sein lassen, urteilte die zuständige Richterin. Er verletze das „Rücksichtnahmegebot“ innerhalb des Hauses und locke etwa durch das Auslegen von Vogelfutter Tauben in „letztlich nicht kontrollierter Zahl“ an.

Damit bestehe nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht nur „die konkrete Gefahr der vermehrten Beschmutzung auch des Gemeinschaftseigentums und des Sondereigentums anderer Wohnungseigentümer“. Sondern auch eine konkrete Gesundheitsgefährdung etwa durch Parasiten oder Taubenzecken und -flöhe oder durch den Taubenkot. „Dies ist allgemein bekannt und bedarf keines Beweises“, urteilte die Richterin laut Gerichtsmitteilung.

Anne Hund

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