Stadtrat entscheidet

Taxifahren wird teurer – aber nur ein bisschen

München - Am Dienstag entscheidet der Stadtrat über eine „maßvolle Erhöhung“ der Gebühren – Zahl der Taxis soll reduziert werden.

Über eine Erhöhung der Taxitarife in München entscheidet heute der Stadtrat. Wie berichtet, sollen die Preise ab März 2016 um durchschnittlich 6,67 Prozent steigen – um 20 Cent auf 3,70 Euro Grundtarif. So sieht es ein Vorschlag der städtischen Taxikommission vor. „Ich möchte nicht gleich von Überlebenskampf sprechen“, sagt Christian Vorländer, SPD-Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender der Taxikommission. „Aber es ist deutlich, dass das Taxigeschäft ein harter Broterwerb ist.“ Deshalb habe sich die Kommission auf eine maßvolle Erhöhung verständigt.

Der nach Entfernung gestaffelte Kilometerpreis soll jeweils um 10 Cent steigen. Wartezeiten – zum Beispiel in extremen Staus, oder wenn der Kunde den Fahrer bittet, zu warten, während er im Laden einen Lottoschein ausfüllt – sollen 26 statt 28 Euro die Stunde kosten. Einige Taxiunternehmer hatten deutlichere Erhöhungen gefordert. So beantragte der Bavaria Taxiverein eine Anhebung des Mindestfahrpreises um mehr als elf Prozent. Das aber sei „politisch aber nicht vermittelbar“, sagt Vorländer. Es sei zwar wichtig, die wirtschaftlichen Interessen der Fahrer im Blick zu haben, für die Bevölkerung müsse der Taxiservice aber auch bezahlbar bleiben. Dass der Stadtrat den Vorschlag der Taxikommission heute absegne, halte er für sicher.

Damit sind jedoch nicht alle Probleme gelöst: Ein Hamburger Marktforschungsinstitut will ermittelt haben, dass es in München rund 700 Taxis zu viel gebe. Frank Kuhle vom Vorstand der Taxigenossenschaft bezeichnet das als Nonsens. Er halte eine Reduzierung von 300 Konzessionen zwar für sinnvoll, mehr würde aber Versorgungs-Engpässe verursachen. „Wir müssen den Bestand behutsam abschmelzen“, sagt Vorländer. Bis zum Frühjahr soll das Kreisverwaltungsreferat ein Konzept entwickeln.  

man

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bier-Boykott in München: Darum gibt‘s kein Löwenbräu & Co.
Kein Löwenbräu, kein Spaten, kein Franziskaner: In Münchens Getränkemärkten rumort es. Die Kette „Fristo“ hat alle Marken des Braukonzerns AB InBev aus dem Sortiment …
Bier-Boykott in München: Darum gibt‘s kein Löwenbräu & Co.
Mit gefälschten Kreditkarten geshoppt: Polizei nimmt Student fest
Luxushandtaschen und teure Uhren im Wert von 18.000 Euro haben vier Männer in München eingekauft, alles mit gefälschten Kreditkarten. Doch einer machte einen Fehler - …
Mit gefälschten Kreditkarten geshoppt: Polizei nimmt Student fest
Munich Mash: Wakeboard-Finale wegen des Wetters verschoben
Wegen der Wetterlage müssen die Organisatoren beim Munich Mash umplanen: Das Wakeboard-Finale wird nach hinten verschoben. Aber es gibt einen Lichtblick.
Munich Mash: Wakeboard-Finale wegen des Wetters verschoben
Tausende lauschen „Oper für alle“ am Max-Joseph-Platz
Mit einem Eröffnungskonzert unter freiem Himmel haben am Samstagabend die Münchner Opernfestspiele begonnen.
Tausende lauschen „Oper für alle“ am Max-Joseph-Platz

Kommentare