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Hans Reil patrouillierte an Bord der Sea Eye zwei Wochen vor der libyschen Küste und half, Hunderte Flüchtlinge aus ihren Booten zur retten.

"Es ist einfach bewegend"

Münchner Taxler rettete Flüchtlinge im Mittelmeer

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München - Noch immer gibt es einen großen Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nach Europa. Ein Münchner Taxifahrer rettete die Menschen aus ihren Booten.

Sie treiben hilflos bei sengender Hitze im Meer. Tausende Flüchtlinge versuchen, von Libyen über das Meer nach Italien überzusetzen. Hunderte bezahlen diese Reise mit dem Tod. Ein Münchner hat jetzt zwei Wochen vor der Küste Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.

Hans Reil (67) kutschiert normalerweise Fahrgäste an der Isar. Derzeit rettet der Taxler an Bord des Rettungsschiffes Sea Eye Flüchtlinge vor der libyschen Küste vor dem Ertrinken. „Diese Meldungen von Hunderten Ertrunkenen, die ich ständig im Radio gehört hatte, machten mich krank“, erzählt der Witwer. „Im Internet habe ich mitbekommen, dass es dieses Schiff gibt, mit dem Menschen gerettet werden.“ Das war für Reil die Initialzündung: „Ich dachte mir, ich muss etwas tun.“ Reil meldete sich bei der Sea Eye-Crew und fragte, ob er helfen kann. „Tatsächlich war gerade jemand abgesprungen, sodass ich gleich bei der nächsten Mission mitfahren konnte.“

In Malta bestieg er das Schiff, das vor der Küste Libyens patrouilliert. Reil: „Es ist ja unglaublich, die Schleuser schicken die Menschen in diesen total überfrachteten Motor-Schlauchbooten los.“ Besonders perfide: „In den Kanistern, die man ihnen mitgibt, ist oft nur mit Wasser verpanschtes Benzin.“ Die Folge: Die Boote treiben manövrierunfähig im Meer.

Meldungen darüber erhält die Sea Eye von Militärflugzeugen, die die Gegend aus der Luft überwachen. „Wenn wir eine Meldung haben, fahren wir sofort hin und sorgen erst mal dafür, dass die Menschen nicht mehr ertrinken.“ Die Sea Eye ist aber zu klein, um Menschen aufnehmen zum können. „Wir verteilen Schwimmwesten und Trinkwasser. Dann bleiben wir dort, bis ein größeres Schiff eintrifft, das die Leute aufnehmen kann.“ Das sind dann die großen Schiffe von Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder auch der Marine.

„Es ist einfach bewegend, wenn man helfen kann“, sagt Reil. „Die Leute singen, wenn sie bemerkten, dass sie in Sicherheit sind.“ Am Montag kommt Reil wieder nach Hause. Dann kann er seinen Kindern und Fahrgästen von dem erzählen, was er auf Hoher See vor Libyen erlebt hat. Der Münchner über die Flüchtlinge: „Ich sage immer nur: Es sind Menschen, Menschen, Menschen!“

Johannes Welte

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