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Da strahlten sie noch: Roland Tobias, Alexandra Schörghuber und Technik-Geschäftsführer Stefan Lustig im September bei der ersten Abfüllung in der neuen Brauerei. Doch so glatt wie erhofft läuft der Betrieb noch nicht.

Gab es sogar Lieferengpässe?

Neue Paulaner-Brauerei kämpft mit Technik-Problemen

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München - Die Software streikt, die Technik hakt: Die nagelneue Paulaner-Brauerei in Langwied kämpft mit erheblichen Anlauf-Schwierigkeiten. Vereinzelt gab es deswegen schon Lieferengpässe. Über den Ernst der Lage gibt es unterschiedliche Darstellungen.

Zwei Seiten widmet das Magazin „Inside“ in seiner aktuellen Ausgabe dem „Elend Langwied“. Und was die Fachzeitschrift der Getränke-Branche da aufgelistet hat, klingt dramatisch: „Sechs Monate nach Beginn der ersten Abfüllung klemmt es an allen Ecken und Enden“, heißt es. Technische Probleme habe es etwa mit einem CO2-Vormischer für die Spezi-Produktion und mit der Abfüllanlage für die Hacker-Bügelflaschen gegeben. Software-Chaos in der Logistik habe die Produktionslücken noch verschärft. Laut Inside sind deshalb bereits Lkw von Importeuren leer nach Italien zurückgefahren. Letzteres will Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher nicht bestätigen. Doch sie räumt ein: „Es gab den Einen oder Anderen, der nicht bekommen hat, was er bestellt hat“. Inzwischen habe sich die Situation aber verbessert.

Bei Inside hat sich Paulaner nach Angaben des Magazins auch zwei Wochen nach Erscheinen des Beitrags nicht gemeldet. Auf Anfrage dieser Zeitung gab Roland Tobias, Sprecher der Geschäftsführung der Paulaner Brauerei Gruppe, am Freitag eine schriftliche Stellungnahme heraus. Die Aussagen in dem Magazin-Beitrag seien „überwiegend schlichtweg falsch oder reine Spekulation“, heißt es da. Doch Tobias räumt ein: „Im Moment sind wir in der Hochphase der Inbetriebnahme der neuen Brauerei und stoßen dabei auf Herausforderungen, die wir nicht alle vorausgesehen haben, aber auch nicht vorhersehen konnten.“ Probleme dieser Art seien aber „ganz normal für ein Projekt dieser Größenordnung“.

Immerhin gilt der 300 Millionen Euro teure Umzug einer kompletten Brauerei aus der Au in eine völlig neu gebaute Anlage in Langwied als größte Investition, die es in der deutschen Bier-Szene je gab.

„Unsere Warenverfügbarkeit ist im Moment eingeschränkt, vor allem bei Spezialitäten“, heißt es in der Verlautbarung. Welche Produkte betroffen sind, bis wann Paulaner die Probleme in den Griff bekommen will, ob es ein Fehler war, die alte Brauerei so schnell abzureißen und allein auf den neuen Standort zu setzen? Kein Kommentar. Weitere Auskünfte gebe es derzeit nicht, verlautet aus der Geschäftsetage. Nur so viel: Eine eigene Task Force kümmere sich um die Angelegenheit, und „die Entscheidung, keinen längeren Doppelbetrieb zu haben, wurde vom Paulaner-Management getroffen“. Damit spielt Tobias auf die Spekulation von Inside an, die Schörghuber-Gruppe als Hauptgesellschafter habe auf eine möglichst schnelle Verwertung der alten Grundstücke gedrängt.

Während das Magazin unter Berufung auf Insider spekuliert, dass Paulaner seine Produktionsziele im laufenden Jahr um 15 bis 20 Prozent verfehlen könnte, stellt Tobias klar: „Wir halten an unseren Zielen für 2016 fest.“ Paulaner sei „ein starkes Unternehmen mit kompetenten Mitarbeitern, das weit entfernt von roten Zahlen ist“.

Alles paletti also? In der Schörghuber-Gruppe beobachtet man die Vorgänge ganz genau. Das seien „Themen, die man sehr ernst nehmen muss“, sagte Sprecher Bernhard Taubenberger gestern auf Anfrage. Allerdings werde auch „mit Hochdruck“ daran gearbeitet – übrigens anders als von Inside dargestellt auch mit Hilfe externer Fachleute. Das Problem sei eben, dass es sich vielfach um Schwierigkeiten mit neuen Anlagen und Verfahren handle, „die nicht nach den bewährten Mustern zu lösen sind“.

Eines ist Tobias wichtig: Der eigentliche Brauprozess läuft nach Plan. „Das Bier, das wir in München-Langwied brauen, schmeckt genauso gut wie das vom Nockherberg“, versichert der Brauereichef. Und Birgit Zacher versichert: In der bevorstehenden Biergartensaison müsse kein Münchner Angst haben, an der Schänke leer auszugehen. Und bis zum Braustart des Wiesnbieres dauert es noch eine ganze Weile.

Bilder: Abschied von der Au - Paulaner zieht nach Langwied

Einblicke in die neue Brauerei von Paulaner in Langwied

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