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Schick mit Schleifchen wurde gestern der Hybridbus auf dem Marienplatz präsentiert. Er soll in den kommenden Monaten im Linienverkehr getestet werden.

MVG testet weitere Variante eines Hybrid-Busses

München - Ein Stadtbusmodell nach dem anderen durchläuft die Tests und die Tauglichkeitsprüfung im Alltag. Die Suche nach dem richtigen Gefährt dauert schon mehr als 20 Jahre.

Noch immer aber steht die Antwort auf die Frage aus, wohin die Reise bei den Fahrzeugen im Liniendienst geht. MAN lieferte gestern das jüngste Produkt ihrer Entwicklungsarbeit: einen Hybrid-Bus, der ausschließlich mit Elektromotor fährt. Das Diesel-Aggregat springt nur an, wenn die Energiespeicher wieder nach Strom verlangen.

Das neue Gefährt, das auf dem Marienplatz präsentiert wurde, soll 30 Prozent weniger Kraftstoff schlucken. Ein Hybrid-Vorgänger mit anderer Technik hat die Verantwortlichen von der MVG enttäuscht. Die Sprit-Einsparung machte lediglich zehn Prozent aus - und wenn im Winter auch noch Warmluft-Bedarf für den Innenraum bestand, ging dieser Vorteil auf null zurück.

Die Suche nach dem richtigen Gefährt hat eine lange Geschichte: 1988 gingen in München die ersten Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern auf Reisen. Der Start war reich an Pleiten und Pannen, doch heute unterschreiten Serienfahrzeuge bereits die Abgas-Norm Euro V deutlich. Auch Erdgas-Busse sind früh auf Probefahrt geschickt worden. Nach Erkenntnissen der MVG sind sie den modernen Dieselgefährten nicht überlegen, erzeugen aber höhere Kosten.

1989 begann der Einsatz von Magnetmotoren, die von zwei Herstellern angeboten wurden. Diese Antriebsart wurde zum Vorreiter der Hy-brid-Technik. Die Magnetmotoren erwiesen sich beim Bus-Einsatz jedoch nicht als Treffer. 1996 hielt die Ursubstanz des Universums, der Wasserstoff, in Bussen Einzug. Die Theorie verhieß bei der Verwendung in der Brennstoffzelle perfekte Umwelteigenschaften. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Der Haken: Die Herstellung von Wasserstoff ist wenig umweltfreundlich und enorm teuer.

2008 begann schließlich der Test einer Hybridserie, die noch läuft. Der Einsatz weiterer Hybrid-Varianten ist bereits geplant.

„Wir wissen noch nicht, welche Technik sich letztendlich durchsetzt“, bekennt MVG-Geschäftsführer Herbert König. Er glaubt, dass neben den kombinierten Antrieben auch der reine Dieselbus noch nicht ganz ausgespielt hat. Die Optimierung bringe immer neue Verbesserungen. Auch OB Christian Ude (SPD) unterstreicht: „Schon ein durchschnittlich ausgelasteter Diesel-Linienbus stößt pro Fahrgast weniger als ein Drittel der Treibhausgase eines durchschnittlich besetzten Pkw aus.“

Auf längere Sicht erwartet König allerdings den Hybrid als Sieger. Nur: Welches Prinzip wird es schaffen? Das sei noch offen. „Unser Ziel ist eine Minimierung der fossilen Brennstoffe.“ Das neue Gefährt, das gestern auf dem Marienplatz präsentiert wurde, soll 30 Prozent weniger Kraftstoff schlucken und ein Drittel weniger Kohlendioxid ausstoßen.

Eberhard Geiger

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