Das Banner der Klimaaktivisten auf der Hackerbrücke nicht weit vom Oktoberfest.
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Das Banner der Klimaaktivisten auf der Hackerbrücke nicht weit vom Oktoberfest.

Wiesn zieht Umweltprotest auf sich

Umweltaktivisten kraxeln an der Hackerbrücke - gegen „Konsumrausch der Superlative“

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
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Am Freitag haben Klimaaktivisten an der Hackerbrücke in der Nähe der Theresienwiese ein Banner aufgehängt und kritisieren das Oktoberfest als Klimasünder.

München - Während des Oktoberfests haben am Freitag Klimaaktivisten an prominenter Stelle protestiert. Mehrere maskierte Personen kletterten auf die Hackerbrücke und hissten ein Banner mit der Aufschrift: „There is no Wiesn on a dead planet - Die Klimakrise kannst Du nicht wegsaufen!“ Die Bewegung „Ende Gelände München“ veröffentlichte Fotos der Aktion und eine Pressemitteilung auf Twitter.

Die S-Bahn-Haltestelle an der Hackerbrücke ist eine der wichtigsten Ankunftsorte für Oktoberfestbesucher und somit eine wichtige Verbindung zur Theresienwiese. Vor kurzem kam es hier zu einem Gänsehautmoment für die Feuerwehr.

In der Pressemitteilung heißt es: „Schluss mit Schönsaufen! - Hier ist Ende Gelände“. Die Aktivisten kritisieren das gesamte Oktoberfest aus Umweltgründen.

Aktivisten über Oktoberfest 2019: „Konsumrausch der Superlative“

„Wir sagen Stopp zu sinnlosem Konsum zulasten des Klimas, der Umwelt und von Menschen weltweit!“, heißt es. „Die Wiesn ist ein Ort, an dem der Konsumüberfluss einer auf Kapitalismus basierenden Gesellschaft auf besonders krasse Weise sichtbar wird. Es ist ein Konsumrausch der Superlative“, schreiben die Aktivisten weiter.

Vor allem, dass für die Wiesn enorm viel Strom verbrauche und dass Tonnen von Müll entstünden, bemängeln die Umweltschützer. Die Stadt, die Festwirte und Schausteller bemühen sich allerdings seit einiger Zeit, mehr für den Umweltschutz zu tun.

Oktoberfest-Wirte können Auszeichnung der Klimaneutralität erhalten

Die Festwirte können eine Auszeichnung zum klimaneutralen Zelt erhalten. Dafür wird in einem ersten Schritt der gesamte CO2-Verbrauch eines Zelts ermittelt. Durch Änderungsmaßnahmen wie den Einsatz von Elektrofahrrädern für kleine Transporte, sparen die Zelte Emissionen ein.

Der restliche unvermeidbare Verbrauch kann durch die Unterstützung von Klimaprojekten ausgeglichen werden. In diesem Jahr wurde Kuflers Weinzelt als klimaneutral ausgezeichnet.

Oktoberfest 2019: Hofbräuhaus arbeitet an Klimaneutralität

Das Hofbräu teilte mit, dass nicht nur das Festzelt, sondern auch das Bier erstmals klimaneutral sei. Mit der Universität Augsburg hat die Brauerei den CO2-Fußabdruck ihres Biers über die gesamte Prozesskette „vom Acker bis zum Kunden“ erfasst. Weil sich die CO2-Produktion nicht in der gesamten Kette vermeiden lässt, finanziert Hofbräu Ausgleichsprojekte, wie die Renaturierung eines Moorgebiets im Weitmoos bei Eggstätt im Chiemgau.

Die Klimaaktivisten nennen die Auszeichnung der Klimaneutralität einen „Gipfel der Perversion“. In der Pressemitteilung heißt es: „Dieses Jahr wirbt das Oktoberfest mit klimafreundlichen, CO2-neutralem Wiesn-Bier - ein Hohn!“ Welcher Organisation die Kletterer auf der Hackerbrücke angehören, ist bisher ungeklärt.

Die Polizei hat auf der Wiesn immer alle Hände voll zu tun. Am Freitag twitterte die Wiesnwache über ihre Arbeit auf dem Oktoberfest. In einerRTL-Sendung wurden Dirndl-Trends „getestet“ - zuungunsten einer Probandin. Ein Oktoberfestbesucher freute sich am Anstichtag besonders. Ein anderer geht seit 60 Jahren jeden Tag auf die Wiesn.

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