Todesfalle Bahnübergang

München - Leichtsinn, Ungeduld oder sinnlose Mutproben: Unfälle an Bahnübergängen passieren fast immer aus den gleichen Gründen und fast immer ist der Auto- oder Lkw-Fahrer schuld. Im Jahr 2005 gab es nach Angaben der Bahn allein in Bayern 65 solcher Zusammenstöße. Mit der Aktion "sicher drüber" wollen Bahn, ADAC und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) jetzt auf die Gefahren am Bahnübergang aufmerksam machen.

Es ist eine Bilanz des Schreckens: Wöchentlich kollidieren in Bayern Züge mit Autos, Lkw oder Fußgängern. Meist enden diese Unfälle verheerend mit Toten oder Verletzen. Eine Auswahl:

Erst vor fünf Tagen verunglückte ein 73-jähriger Mann auf einem Bahnübergang bei Leeder (Kreis Weilheim-Schongau). Der Mann war mit seinem Traktor auf die Schienen gerollt, obwohl sich der Zug bereits näherte und andere Verkehrsteilnehmer zur Warnung hupten.

Am 5. September starb ein neunjähriger Bub aus Wolfratshausen. Er wurde in Baden-Württemberg von einem Zug überrollt.

Fünf Schwerverletzte gab es am 16. August in Pocking bei Passau. Die Fahrerin war trotz Warnlichts auf den Übergang gefahren. Der Regionalzug konnte nicht mehr stoppen.

Am 30. Juli umfuhr eine 51-jährige Frau die geschlossene Halbschranke im niederbayerischen Pilsting. Sie erlitte schwere Verletzungen.

27. April: Ein Lokführer verhindert bei Dasing (Kreis Aichach-Friedberg) per Notbremsung einen Unfall mit zwei Mädchen, die trotz geschlossener Schranken auf die Gleise gegangen waren.

8. August 2005: Bei Markt Indersdorf (Kreis Dachau) stirbt ein 84-jähriger Mann, weil er auf den unbeschrankten Übergang gefahren war.

14. März 2005: Bei Peiting (Kreis Weilheim-Schongau) bleibt ein mit Gas gefüllter Tanklaster auf einem Bahnübergang stecken. Der sich nähernde Zug konnte gerade noch gestoppt werden.

39 Menschen starben deutschlandweit bei solchen Unfällen im Jahr 2005, 252 wurden verletzt. Zwar gehen diese Zahlen stetig zurück, erklärte Bahn-Vorstand Klaus Junker. "98 Prozent der Unfälle liegen jedoch in der Verantwortung der Straßenverkehrsteilnehmer", warnte er. Und ist auf Unwissenheit oder Leichtsinn zurückzuführen. Jeder sechste Autofahrer würde in Ausnahmefällen etwa geschlossene Schranken umkurven. Informationen über das richtige Verhalten am Bahnübergang gibt es im Internet unter www.adac.de, www.dvr.de oder www.bahn.de/presse.

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