Kira Brück hat ein Buch über schwerst kranke Jugendliche geschrieben. 

Todkrank – und trotzdem voller Lebensmut

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Zwölf schwerst kranke Jugendliche. Eine Autorin. Und ein Buch, das Mut macht: Kira Brück erzählt wahre Geschichten, die vom Tod handeln – aber das Leben preisen. Ihr Erstlingswerk erscheint am nächsten Dienstag. Ein Gespräch, das unter die Haut geht.

Ihr Buch trägt den provokanten Titel „Der Tod kann mich mal!“. Wieso?

Ich wollte Geschichten schreiben über das Leben – und nicht über den Tod. Und in der Tat: Es ist ein freches Buch geworden, kein trauriges ...

Dabei erzählen Sie die Geschichten von schwerst kranken Jugendlichen.

Ja, eine Krankheit ist schlimmer als die andere – Leukämie, Darmkrebs, Herzfehler. Dennoch: Das ist kein Grund für die Jugendlichen, den Mut zu verlieren. Sie haben so viel Lebenswillen!

Wie haben denn die Jugendlichen auf Ihre Buchidee reagiert?

Die meisten waren Feuer und Flamme. Wer eine so schwere Zeit durchmacht und sich so viele Gedanken über das Leben und den Tod macht, kommt irgendwann an einen Punkt, an dem er seine Geschichte erzählen will. Natürlich habe ich auch Absagen bekommen. Doch insgesamt hätte ich noch mehr Jugendliche porträtieren können – die Bereitschaft war riesig.

Die Diagnose Krebs ist für jeden erst mal ein Schock. Können Jugendliche damit besser umgehen als Erwachsene?

Gerade bei Krebs reagieren Jugendliche häufig mit dieser „Der Tod kann mich mal!“-Haltung. Hier gibt es ja meistens einen klaren Therapie-Fahrplan – und wie die Genesungs-Chancen stehen, kann man recht gut sagen. Aber auch bei anderen Erkrankungen ist die Haltung von Teenagern bemerkenswert. Ich habe bei meiner Recherche nur mit jungen Menschen gesprochen, die den Kampf mit Leidenschaft aufgenommen haben. Alle sagten mir, dass man die Krankheit nicht besiegen wird, wenn man es nicht voll will.

Sie haben keine Jugendlichen kennengelernt, die aufgeben wollten?

Solche Jugendlichen sind eher die Ausnahme. Das haben mir übrigens auch Ärzte und andere Experten bestätigt.

Ihr Buch ist nun fertig – haben Sie noch Kontakt zu den Protagonisten?

Ja! Wir tauschen uns immer wieder aus, telefonisch oder per Mail. Ich habe mit meinen Protagonisten gelacht, geweint – und mir von ihnen die Welt erklären lassen. Diese stundenlangen Interviews haben uns zusammengeschweißt. Ich weiß Dinge von ihnen, die sie keinem anderen erzählt haben. Sie haben mir ihr Herz und ihre Seele geöffnet, mich an ihren intimsten Gedanken teilhaben lassen – mir ihr Vertrauen geschenkt. Dadurch sind wir verbunden. Und: Die Jugendlichen schreiben mir auch, wenn es ihnen schlechter geht – und sie etwa wieder ins Krankenhaus müssen. Dann schicke ich ihnen gedanklich Kraft.

Was haben Sie selbst bei den vielen Gesprächen gelernt?

Nach einem langen Interview war ich häufig geflutet von Demut. Manchmal war ich auch seelisch fertig, so dass ich mich kurz hinlegen musste. Diese Erfahrungen gehen ganz tief rein ...

Hat das Einfluss auf Ihr heutiges Leben?

Mein Leben ist heute völlig anders als vor dem Buch – dieser Veränderung habe ich auch ein ganzes Kapitel gewidmet. Es ist ja nicht leicht, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, mit den eigenen Wünschen, der eigenen Endlichkeit. Heute will ich bewusst jeden Tag etwas für mein Glück tun. Und nicht warten, dass sich das Leben von allein verbessert. Das tut es in den allermeisten Fällen nämlich nicht! Ich selbst habe das große Glück erst gefunden, als ich alles, was mir Halt gegeben hatte, einfach losließ. Am Ende bleibt nämlich ganz viel von einem selbst übrig.

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