Tödlicher Schuss eines Polizisten: Warten auf Gutachten

München - Der Polizist, der am 30. Dezember im Einsatz eine psychisch kranke Frau getötet hat (wir berichteten), ist mittlerweile nach einem regulären Urlaub wieder im Dienst. Nach Angaben eines Polizeisprechers geht es ihm „den Umständen entsprechend gut".

Er werde derzeit bei der Verarbeitung des Erlebten von seinem Dienststellenleiter betreut, der im Notfall „rund um die Uhr“ für Gespräche zur Verfügung stehe. „Unsere Dienststellenleiter sind alle psychologisch aus- und fortgebildet“, sagte der Sprecher. Ob der 26-jährige Beamte weitere Betreuung durch Psychologen oder Seelsorger in Anspruch nehmen will, bleibt ihm selbst überlassen.

Gegen den Polizisten wurde nach wie vor kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei geht weiter davon aus, dass er in Notwehr gehandelt hat. Dennoch laufen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft, bis die abschließenden Gutachten vorliegen. Sprecherin Barbara Stockinger möchte bis dahin keine Angaben zu den bisherigen Ergebnissen machen. Am Tag nach dem Vorfall hatte es geheißen, dass die bisherigen Untersuchungen am Tatort und die ersten Ergebnisse der Obduktion mit der Aussage des Polizisten übereinstimmten. Es gebe keinen Grund, an der Darstellung des Mannes zu zweifeln, hatte Stockinger damals gesagt.

Der Beamte war bei dem Einsatz am 30. Dezember von einer psychisch kranken Frau mit einem Messer angegriffen worden, als er versuchte, über den Balkon in die Wohnung der 49-Jährigen in Großhadern zu gelangen. Sie hatte vorher telefonisch angekündigt, ihre Tochter umzubringen und war mit dem Messer bewaffnet, als die Polizisten eintrafen. Weil die Frau mit dem Messer auf den Polizisten zuging und der Einsatz von Pfefferspray keine Wirkung zeigte, schoss der Beamte und traf eine Arterie in der Nähe des Schlüsselbeins. Die Frau starb noch in der Nacht in der Klinik. Die Tochter, so stellte sich später heraus, war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr - sie lebt nicht in München.

akg

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