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Fordern im Namen aller Eltern ein Klo für den Kindergarten-Spielplatz: Susanne Schröder und Zekai Uzunel mit ihren Kindern.

Eltern und Kinder betteln um Besserung

Biesel-Panik in der Borstei: Kein Klo in Spielplatz-Nähe

Im Garten zu toben, ist für Kinder das Schönste. Im Kindergarten in der Borstei ist dieses Vergnügen jedoch arg getrübt, denn: Die nächste Toilette ist 200 Meter entfernt.

München - Für die Kleinen vom Kindergarten in der Borstei wird der Gartenausflug jedes Mal zum Pipi-Problem. Denn der Kindergarten besteht aus drei Gruppenräumen, die sich jeweils in der Löfftzstraße, Pickelstraße und Franz-Marc-Straße befinden. Der Garten, welchen die Kinder als Spielfläche nutzen können, wird der Einrichtung von den Stadtwerken München zur Verfügung gestellt und befindet sich im nahe gelegenen Wäldchen an der Hengelerstraße. Doch hier gibt es keine Toilette.

Ein Thema, das besonders die Eltern schon lange beschäftigt. „Das ist seit einer Ewigkeit ein Dauerproblem“, sagt Susanne Schröder, Vorsitzende des Elternbeirats. Denn jedes Mal, wenn ein Kind auf die Toilette muss, muss ein Betreuer mit diesem zurück in die Gemeinschaftsräume gehen, während ein weiterer die restlichen Kinder beaufsichtigt. Wegen der angespannten Personalsituation oft eine Herausforderung.

Elternbeirat wünscht sich Toilette im Garten

Wenn die Zwei- bis Fünfjährigen auch noch zu spät Bescheid geben, ist es für den Gang zur Toilette oft zu spät. „Das ist für die Betreuer zusätzliche Arbeit und für die Kinder sehr unangenehm“, sagt Susanne Schröder. Seit Langem setzt sich der Elternbeirat dafür ein, dass eine Toilette in dem kleinen Garten installiert wird. Doch die Beteiligten und die Stadt konnten sich bisher auf keine Lösung einigen. Einen Abwasserkanal zu graben, scheint zu teuer.

Das Referat für Bildung und Sport hatte jetzt vorgeschlagen, zwei Dixi-Toiletten aufzustellen. Eine Idee, die beim Elternbeirat auf Unverständnis stößt. „Die Idee war vor zwei oder drei Jahren bereits auf dem Tisch“, erzählt Susanne Schröder. Sie sei aber verworfen worden, da die Chemie-Toiletten für kleine Kinder als zu gefährlich erachtet wurden.

Dixi-Toiletten laut Kiga-Leitung „zu gefährlich“

Dass das Referat nun erneut die Dixi-Toiletten vorschlägt, wundert die Elternbeiratsvorsitzende sehr. „Das ist noch immer zu gefährlich“, sagt sie. Daher lehnte die Kindergartenleitung diesen Vorschlag des Referats ab. Der Elternbeirat hat indes eine eigene Idee vorgebracht: eine Komposttoilette ohne Wasserspülung, bei der die Fäkalien direkt in einen mit Rindenmulch oder Stroh gefüllten Behälter geleitet und dort kompostiert werden. Das Referat für Bildung und Sport sowie das Gesundheitsreferat der Stadt sehen hierbei den Gesundheitsschutz der Kinder nicht gewährleistet.

Um mit ihrem Anliegen endlich weiterzukommen, wandte sich der Elternbeirat nun an den Bezirksausschuss (BA) Moosach, der nicht zum ersten Mal über die Problematik informiert wurde. „Da muss jetzt endlich eine Lösung her“, betonte Florian Wies, Sprecher der CSU-Fraktion. Die anderen Fraktionen schlossen sich dieser Meinung an und so sprach sich der BA einstimmig für ein Pilotprojekt mit der vorgeschlagenen Komposttoilette für die Dauer von einem Jahr aus.

Ob sich die Referate doch noch von dieser Lösung überzeugen lassen, ist bisher offen. Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: Die Quartiersleitung des Kindergartens will die Lösung Kompostklo unterstützen. Jedoch nur, wenn auch die regelmäßige Reinigung dieser Gartentoilette abschließend geklärt ist.

Lisa-Marie Birnbeck

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