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Tollwood: Akrobatik in luftiger Höhe und Bands, die am Boden bleiben

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„Wir mögen’s gemütlich“: 
          Wolfgang Niedecken von der Band „Bap“ vor seiner Wirkungsstätte auf dem Tollwood. 
             Bodmer
„Wir mögen’s gemütlich“: Wolfgang Niedecken von der Band „Bap“ vor seiner Wirkungsstätte auf dem Tollwood. Bodmer

München - Das Festival im Olympiapark wartet mit wagemutigen Open-Air-Artisten auf – und alten Bekannten wie der Gruppe „Bap“ aus Köln.

Auf die Frage, was ihn mit München verbindet, stutzt Wolfgang Niedecken kurz. „Der Poldi kommt ja jetzt wieder zu uns zurück“, grübelt der Kölner Liedermacher und Chef der Band „Bap“. Gott sei Dank fällt ihm dann aber doch noch etwas ein – abgesehen vom heimwehkranken rheinischen Bayern-Stürmer Lukas Podolski: „Meine Frau“, ruft er, „denn die habe ich von hier entführt.“ Und das Tollwood-Festival sei auch so eine Konstante: Genau die richtige Atmosphäre und genau die richtige Größe. Zum vierten oder fünften Mal – da ist sich Niedecken nicht ganz sicher – treten „Bap“ am 6. Juli in der 50 000 Quadratmeter großen Zeltstadt auf.

Alte Bekannte gibt’s zuhauf bei der 21. Ausgabe des Festivals vom 6. Juni bis zum 12. Juli im südlichen Olympiapark: Georg Ringsgwandl, Django Asül, Wolfgang Ambros, Werner Schmidbauer. Doch wie fast in jedem Jahr, so wartet das Sommer-Tollwood auch heuer mit Neuerungen auf: In der „Tanzbar“ etwa können die Besucher täglich zu einem anderen Rhythmus übers Parkett schwofen – von Salsa oder Tango bis zu Balkan-Pop und Schuhplattler.

Auch im neuen „Basarzelt“ geht’s lebhaft zu: Kunsthandwerker aus Marrakesch fertigen Traditionelles aus Metall, Holz und Ton. Doch nicht nur Nord-Afrika, auch Asien ist heuer stark vertreten – zum Beispiel im „Garten des friedvollen Drachens“, einer „Oase der Entschleunigung“, wie Tollwood-Sprecherin Christiane Stenzel betont. Dort soll es in Anlehnung an die Tradition asiatischer Zen-Gärten allabendlich ein atmosphärisches Areal mit Musik, Tanz, Naturkunst-Workshops und Projektionen geben.

Neu ist auch das Theater-Konzept: Denn die Bühne ist immer öfter nicht das Zelt, sondern der Himmel über den Zelten – zum Beispiel bei der Eröffnungsveranstaltung „Orbite“ der Schweizer Gruppe „öff öff productions“: Sechs Darsteller setzen dabei ein 17 Meter hohes stählernes Mobile mit ihrer Akrobatik in Bewegung. Der Pianist David Moreno spielt sogar Klavier im Münchner Nachthimmel: Sein Flügel schwebt – um 90 Grad „aufgestellt“ – in sechs Metern Höhe. Auf den Deckel des Instruments wird ein Film projiziert, den der Musiker begleitet. Ebenfalls in die Luft geht die chilenische „Compañia de Paso“ mit poetischer Choreografie an Trapezen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Auch in Sachen „fairer Handel“ strengt man sich an: Produkte aus der sogenannten Dritten Welt stammen an den Kunsthandwerkerständen zu mindestens 25 Prozent aus fairem Handel. Ab 2012 sollen es 100 Prozent sein.

An 24 Abenden wird’s laut in der „Musik-Arena“: Eric Burdon und Gary Moore exerzieren den Blues durch und junge Talente wie Amy MacDonald, die „Kaiser Chiefs“ und „Get Well Soon“ treten auf. Und natürlich „Bap“. Niedecken freut sich schon auf sein bayerisches Publikum: „Eure Mentalität ist ja von der Kölner gar nicht so weit entfernt: Wir mögen’s alle gemütlich.“ Friedvoller Drache, rheinischer.

Johannes Löhr

Das gesamte Programm gibt’s im Internet unter www.tollwood.de.

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