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Im Klärwerk Gut Großlappen in Fröttmaning wurde das tote Frühchen am Mittwochmorgen gefunden.

Bei Routinekontrolle

Toter Fötus in Münchner Klärwerk gefunden

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Einen traurigen Fund haben Mitarbeiter des Klärwerks Gut Großlappen in Fröttmaning am Mittwochmorgen gemacht: Bei einer Routinekontrolle entdeckten sie gegen 9.30 Uhr in einem Auffangrechen einen toten Fötus.

Soweit die Polizei bisher weiß, handelt es sich um einen etwa 17 bis 19 Wochen alten Buben, etwa 20 Zentimeter groß und 300 Gramm schwer. Wie er gestorben ist, wird nun vom Fachkommissariat für Todesermittlungen untersucht. Heute soll die Obduktion stattfinden. „Es ist damit zu rechnen, dass es sich um einen Abgang handelt, das Kind also bereits tot geboren wurde“, sagte Polizeisprecher Thomas Baumann. Denn Frühchen sind in diesem jungen Alter gewöhnlich nicht lebensfähig.

Die Ermittler suchen nun auch nach den Eltern. Wer diese sind, dürfte jedoch sehr schwierig herauszufinden sein. Gut Großlappen an der Freisinger Landstraße gegenüber der Allianz Arena ist eine von zwei Kläranlagen der Münchner Stadtentwässerung und sammelt Abwässer aus dem gesamten Stadtgebiet. Der Fötus wurde in der Rechenhalle gefunden, wo die sogenannten Grobstoffe aus dem zufließenden Abwasser entfernt werden.

Eva Zattler von der Schwangerenberatungsstelle Pro Familia in München berät viele Frauen nach einer Fehlgeburt. Über den aktuellen Fall kann sie nur spekulieren. Lebensfähig seien Föten frühestens ab der 22. Schwangerschaftswoche, sagt sie. Wenn sie auf diese Weise tot zur Welt kämen, sei „die Vorgeschichte oft eine nicht erkannte Schwangerschaft, und dann kommt es plötzlich zur Fehlgeburt“.

Möglich sei, dass die Mutter zur Toilette gegangen ist und das Frühchen einfach herausrutschte. Denkbar sei aber auch, dass sie allein war, zuhause eine Fehlgeburt erlitt und sich nicht anders zu helfen wusste, als das tote Baby in die Toilette zu geben.

Bei einer Fehlgeburt zuhause komme es stark auf ein funktionierendes Umfeld an, so Zattler. Dass man jemand Vertrauten habe, mit dem man bespreche, was passiert sei, dass man einen Arzt rufe oder das Kind ins Krankenhaus bringe, um es und sich selbst untersuchen zu lassen. Schließlich folge auf einen Abgang auch eine starke Blutung bei der Mutter.

Zattler zufolge werden tot geborene Babys üblicherweise in der Klinik untersucht, und die Totgeburt wird dort bescheinigt. Dann werde das Kind im Rahmen eines Sammelbegräbnisses auf einem speziellen Platz beerdigt.

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