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Im November hatte Josepha Gunsilius sich schweren Herzens entschlossen, Laila zu erlösen.

„Toter“ Hund wacht im Kühlhaus wieder auf

München - Eine Tierärztin injiziert einer totkranken Mischlingshündin ein Mittel zum Einschläfern. Doch das Tier stirbt nicht, sondern kommt im Kühlraum des Krematoriums in Riem wieder zu sich.

Oft schreckt Josepha Gunsilius nachts hoch und ruft nach ihrer Hündin. Doch „Laila“ ist nicht da. Sie starb am 12. November 2008 im Tierheim in Riem. Dorthin war sie gebracht worden, nachdem ein Mitarbeiter des benachbarten Krematoriums Tiertrauer morgens entdeckt hatte, dass die im Kühlraum in einem Karton liegende und zum Einäschern vorgesehene Hündin noch lebte. Einige Stunden später erhielt das Tier eine diesmal tödliche Einschläferungsspritze.

Im November hatte Josepha Gunsilius sich schweren Herzens entschlossen, Laila zu erlösen. Die neunjährige Bernersenn-Schäferhündin litt unter Hüftgelenksdysplasie, konnte nicht mehr laufen. Mit der Tierärztin vereinbarte Gunsilius, dass Laila zu Hause eingeschläfert werden sollte – sanft, in vertrauter Umgebung. In der Bescheinigung, die ihr die Veterinärin am 23. April geschickt hat, steht: „Das nachstehend beschriebene Tier wurde am 11.11.2008 schmerzlos eingeschläfert.“ Tatsache ist, dass Laila erst 24 Stunden später nach einer zweiten Injektion starb.

Bis heute weiß Gunsilius nicht genau, was in dieser Zeit passiert ist. Nur durch Zufall erfuhr sie von Lailas Schicksal – einen Tag nach deren Tod. Im Tierheim hatte jemand ihre Hündin erkannt und angerufen. „Ich glaube, dass Laila leiden musste. Das macht mich seelisch kaputt.“

Günter Damaske, Geschäftsführer des Krematoriums Tiertrauer, bestätigt den Vorfall. „Die Hündin wurde als tot zu uns gebracht und gegen 6 Uhr im minus zehn Grad kalten Kühlraum wach aufgefunden: „Ihre Augen standen offen, sie war ruhig. Nach unserem Eindruck hat sie nicht gelitten.“ So etwas sei noch nie passiert im Krematorium. Er habe den Hund sofort ins Tierheim bringen lassen und um 8.30 Uhr Lailas Tierärztin telefonisch erreicht. Diese sei dann nach Riem gefahren, um nachzuspritzen. „Wir hatten mit dem Fall nichts zu tun, sondern nur kurzfristig die Örtlichkeiten geboten“, sagt eine Sprecherin des Münchner Tierheims.

Gunsilius quält der Gedanke, dass ihre Hündin vielleicht Schmerzen hatte und sich schrecklich fürchtete. Die Tierärztin habe sich telefonisch bei ihr entschuldigt, aber ansonsten kühl reagiert.

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Was passiert ist, tue ihr furchtbar leid, so die Veterinärin. Das Ganze sei auch für sie ein Albtraum. „Aber ich wüsste im Nachhinein nicht, wie ich es hätte verhindern sollen.“ Sie habe die Hündin erst narkotisiert. Das Tier sei relativ übergewichtig gewesen, deshalb habe sie keine Vene gefunden und das Mittel Narcoren in die Lunge injiziert. Nach zehn bis 15 Minuten habe sie die Hündin erneut untersucht: „Weder Atmung noch Herz waren zu hören.“

Jeder Tierarzt müsse in der Lage sein, den Tod eines Tieres einwandfrei festzustellen, sagt Professor Roberto Köstlin von der Chirurgischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Werde das Pentobarbital Narcoren in die Lunge injiziert, könne es sehr lange dauern, bis der Tod eintritt. Meist werde das Mittel in die Vene gespritzt. Geeignet seien auch die Venen unter der Zunge. Die seien immer zu finden – auch bei übergewichtigen Hunden.

Gunsilius geht es um eines: „Ich möchte, dass keinem Tier dasselbe geschieht wie Laila.“

Von Brigitta Wenninger

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