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Genuss, Kultur und Lebensfreude – mit diesen Attributen wirbt die Stadt München auf der ganzen Welt um Gäste. Im Bild: Tourismus-Chefin Geraldine Knudson.

Frische zahlen

Der Tourismus in München brummt – auch ohne Russen

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München - Der Tourismus in München ist weiter auf Wachstumskurs. Seit 13 Jahren steigen die Übernachtungszahlen. Die meisten ausländischen Gäste kommen nach wie vor aus den USA – Rückgänge verzeichnet die Stadt nur aus Russland.

Mit gelber Brezn, grüner Frauenkirche und blauem Herzerl wirbt München seit dem Sommer für sich selbst. Die Worte „einfach München“, und auf Englisch „simply Munich“, untermalen den Markenauftritt der Stadt. Die drei Piktogramme stehen für Genuss, Kultur und Lebensfreude. Alles Dinge, die Touristen an München schätzen. Wie beliebt die Stadt ist, belegen die aktuellen Zahlen der Übernachtungen, die Tourismus-Chefin Geraldine Knudson gestern auf dem Tourismustag verkündete. Im vergangenen Jahr sind sie um 4,6 Prozent auf 14,1 Millionen gestiegen: das sind 618.000 Übernachtungen mehr als 2014.

Knudson sprach von einem „qualitativen, moderaten Wachstum“, das man auch in Zukunft so beibehalten wolle. Die Besucherströme sollen gleichmäßig übers Jahr hinweg verteilt sein – „saisonale Täler“ wie es sie Anfang jedes Jahres oder nach dem Oktoberfest gebe, wolle man ausgleichen. Dafür soll im kommenden Jahr ein neuer Online-Auftritt extra für Touristen sorgen sowie gezielte Werbung für die kulturelle Vielfalt der Stadt. „Kultur ist zum stärksten Zugpferd beim Tourismus in Großstädten geworden“, sagte Knudson. München solle künftig nicht mehr nur für Genusskultur stehen, sondern auch für Kulturgenuss.

Seit 13 Jahren geht es nur bergauf

Nicht nur aktuell ist die Zahl der Übernachtungen gestiegen. Seit 13 Jahren geht es im hiesigen Tourismus ausschließlich bergauf. „Warum in die Ferne schweifen?“, scheint ein beliebtes Motto bei München-Touristen zu sein: 2015 kamen die meisten Besucher aus den sogenannten D-A-CH-Staaten Deutschland, Österreich und Schweiz – zählt man sie zusammen. Sie generierten 7,9 der insgesamt 14,1 Millionen Übernachtungen, also 56 Prozent. Der „D-A-CH“-Markt ist für die Stadt zentral, denn die Besucher haben laut Knudson eine „krisensichere Kaufkraft.“

Rückgänge aus dem russischen Markt

Wie schnell eine Krise die Bilanz verändert, zeigt Russland: Seit April 2014 verzeichnet die Stadt einen starken Rückgang der russischen Besucher (-37,7 Prozent). Gründe: die politische Situation und der schwache Rubel. Mit 303.878 Übernachtungen rangiert Russland dennoch auf Platz 8 der meisten Übernachtungen. Ansonsten haben sich die osteuropäischen Märkte „überdurchschnittlich positiv“ entwickelt: Aus Polen kamen 11,6 Prozent (76.000) mehr Besucher; Kroatien: +12,5 Prozent (23.000).

Beliebtestes Ziel der Asiaten

Insgesamt hat die Stadt sieben Millionen Übernachtungen aus dem Ausland verzeichnet. Zur Aufwärtsdynamik trugen vor allem die Übernachtungen von Gästen aus den USA (849.000; +13,4 Prozent), den Arabischen Golfstaaten (683.000; +11,4) und China (288.000; +19,6) bei. Apropos China: München war 2015 das beliebteste deutsche Ziel für Gäste aus Asien. Korea: +12 Prozent (106.000 Übernachtungen); Taiwan: +35,5 Prozent (49.000).

Die Italiener kommen gerne nach München

Europa stellt weiterhin den größten Teil der Übernachtungen aus dem Ausland. Am liebsten kommen von den ausländischen Nachbarn die Italiener nach München; es folgen die Briten und die Schweizer.

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