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Das Traditionsgasthaus Franziskaner nahe der Oper betreibt Wirt Eduard Reinbold seit 50 Jahren.

Traditionsgaststätte an der Oper

Doch keine Schließung? Verwirrspiel um den Franziskaner

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München - Das Traditionsgasthaus Franziskaner an der Oper werde es weiter geben, sagte Chef Eduard Reinbold in einem Interview – und ruderte am Sonntag doch wieder zurück.

Der Aufschrei war groß: Das Traditionsgasthaus Franziskaner an der Oper muss schließen – und Platz machen für edle Ladengeschäfte, hieß es im Herbst. Rathaus- und Stadtteilpolitiker schimpften, „das gastronomische Herz der Innenstadt“ würde herausgerissen. Am Wochenende sagte Wirt Eduard Reinbold, 74, der SZ in einem Interview: „Den Franziskaner wird es weiter geben.“ Also doch Entwarnung?

Offenbar nicht. Am Sonntag auf die Aussage angesprochen, rudert Reinbold zurück. „Das habe ich so nie gesagt“, betont der Wirt. „Ich würde Ihnen gerne sagen, dass der Franziskaner bleibt, aber ich bin nur der Pächter.“ Er verweist auf Ansprechpartner von Löwenbräu, von denen er die Gaststätte gepachtet hat.

Wie es mit dem Franziskaner nun wirklich weitergeht, darüber müssten sich der Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev, zu dem Löwenbräu gehört, und der Hausbesitzer, die Nymphenburg Immobilien AG der Finck-Gruppe, einig werden. Reinbolds Vertrag läuft noch bis 2022 – wie es danach weitergeht, bleibt offen. „Das hat ja noch sieben Jahre Zeit“, beschwichtigt der Wirt. Und schiebt hinterher: „Meinen S’ ich würd’ freiwillig aus dem Franziskaner gehen?“ Vermutlich nicht.

Klar ist jedoch, dass sich auf der rund 1000 Quadratmeter großen Fläche in bester Lage mit Einzelhandel weitaus mehr verdienen lassen würde als mit Gastronomie.

So oder so – im Franziskaner soll eine Umstrukturierung erfolgen, erklärt Reinbold. Denn man habe in der Innenstadt viel Konkurrenz und müsse das Lokal vollkriegen. Der vordere Teil soll künftig zum günstigeren Bräustüberl werden, der hintere ein gehobenes Restaurant. Heißt: Ein Bereich für Normal-Münchner und Touristen, einer für das Opernpublikum.

Die Gerüchte über die Schließung des Franziskaner im Herbst kamen wohl auch auf, weil bekannt wurde, dass Reinbold den Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz gekauft hat. Sein Kollege Christian Schottenhamel, der derzeit den Löwenbräukeller betreibt, hat das Nachsehen. Er ließ das Gasthaus, als er es 2008 übernahm, aufwendig renovieren. 2018 läuft sein Pachtvertrag aus. Danach will wohl Reinbold die Gaststätte betreiben. Er sagt: „Bis 2018 hat mein Freund Christian den Löwenbräukeller, dann wird verhandelt. Aber dass meine Söhne in den Startlöchern stehen, ist auch klar.“ Die 30 Jahre alten Söhne Mathias und Ludwig Reinbold haben den Familienbetrieb mittlerweile teilweise übernommen.

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