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19er Tram fährt bald bis Freiham

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Die Trambahn-Linie 19 wird von Pasing aus bis zum S-Bahn-Halt Bodenseestraße fahren. © Marcus Schlaf

München - Die 19er Trambahn fährt bald bis ins neue Gewerbegebiet Freiham. Dafür wird die Linie vom Pasinger Bahnhof aus über das Westkreuz und Neuaubing weitergeführt.

Neben der S-Bahn soll eine Trambahn-Linie das neue Siedlungsgebiet Freiham mit Pasing verbinden. Mit einem Beschluss setzte der Planungsausschuss des Stadtrates nun die Eckdaten für die zukünftige Streckenführung fest. Innerhalb des Wohngebietes Freiham-Nord, das in Nord-Süd-Richtung eine Ausdehnung von fast zwei Kilometern haben wird, spielt die Tram bei der Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr eine tragende Rolle.

Von Pasing aus soll die Linie 19 über das Westkreuz und Neuaubing durch Freiham-Nord bis zum geplanten S-Bahn-Halt Freiham an der Bodenseestraße führen. Dieser geht spätestens 2012 in Betrieb, der Antrag beim Eisenbahnbundesamt ist bereits gestellt. Bei der Tram dauert es allerdings noch. „Bis Ende 2013 stellen wir die Strecke vom Pasinger Marienplatz zum Pasinger Bahnhof fertig“, sagt Michael Solic, Sprecher der Münchner Verkehrsbetriebe. „Danach werden sicher noch einige Jahre ins Land gehen, bis die Tram nach Freiham gebaut wird“, betont er. „Das ist abhängig von der Siedlungsentwicklung dort, aber die Trasse wird auf jeden Fall freigehalten.“ Auf einer 6,1 Kilometer langen Strecke saust die Straßenbahn dann von Pasing über elf Haltestellen in etwa 15 Minuten nach Freiham.

Diskussion um Einkaufszentrum

Das Gewerbegebiet Freiham-Süd soll nicht über die Trambahn erschlossen, sondern mit einem Bus an das ÖPNV-Netz angebunden werden. Ursprünglich war angedacht, das Gewerbegebiet ebenfalls mit der Straßenbahn zu erschließen. Nachdem die Stadt eine Verlängerung der Tram nach Gräfelfing zurückgestellt hat und nur als langfristige Option betrachtet, entschloss man sich, die Trambahn auf der Nordseite des S-Bahnhofes Freiham enden zu lassen. Damit spare man sich die technisch aufwändige Querung unter der S-Bahn hindurch, betont Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

Diese Entscheidung des Planungsausschusses zog allerdings Kritik nach sich. Josef Schmid, Fraktionsvorsitzender der CSU, bemängelte die Umplanung. Die Hintergründe dafür sieht er in der angestrebten Änderung des geplanten Freihamer Einkaufszentrums. Es sollte bisher südlich der Bodenseestraße das Gewerbegebiet abschließen. „Nun wird bei der Verwaltung aber überlegt, das Einkaufszentrum beidseitig der Bodensseestraße zu realisieren.“ Diese Planung hält der CSU-Stadtrat für unrealistisch. Ein Einkaufszentrum entlang einer viel befahrenen Straße entwickele keine Aufenthaltsqualität, meint er. Neben einem Dauerstau auf der Bodenseestraße befürchtet Schmid außerdem, dass sich wegen der Konkurrenzsituation mit dem Einkaufszentrum die gewünschten kleinen Läden zur Nahversorgung nicht in dem neuen Wohngebiet ansiedeln werden.

Oder doch ein U-Bahn-Anschluss?

Auch an SPD-Stadtrat Josef Assal übte Schmid Kritik. Als Bezirksausschussvorsitzender in Aubing plädierte Assal in einer Stellungnahme für eine Fortführung der Tram in das Gewerbegebiet. „Als Stadtrat stimmte er im Planungsausschuss aber dagegen“, sagt Schmid. Wie mehrfach berichtet, hält die CSU ohnehin eine U-Bahn für die sinnvollste Anbindung Freihams.

Nicole König

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