Im Aufwind: Der Dackelclub will Münchens Parade-Vierbeiner, hier im Englischen Garten, wieder in Mode bringen. haag

Transatlantisches Dackel-Bündnis

München - Man hat es schon zig Mal gehört: „Der Dackel stirbt aus!" Dann heißt es plötzlich„Der Dackel ist wieder im Kommen!". Fakt ist: Nur noch rund 2000 der 30 000 in München gemeldeten Hunde sind Dackel:

Aber mit einem jungen Münchner Dackelclub geht es derzeit steil aufwärts für Münchens Parade-Vierbeiner, der 1972 unter dem namen „Waldi“ Maskottchen der Olympischen Spiele war.

Im vergangenen Juli hatten die beiden Münchner Studentinnen Henrike Haarstick und Katja Tegtmeier den Dackelclub München e.V. gegründet (wir berichteten). Sie wollten einen Verein für junge Dackelliebhaber etablieren - jenseits vermuffter Vereinstümelei. Was als ambitionierter Versuch begann, ist nach einem halben Jahr ein erfolgreicher Verein. „Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir nicht die einzigen sind, die so denken“, erzählt Henrike Haarstick. „Nach dem Artikel haben wir einen enormen Zulauf erhalten.“

Mittlerweile hat der Verein 25 Mitglieder und an die 70 Freunde, die im Umfeld aktiv sind. Der „BR“ und „3sat“ berichteten, sogar die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ widmete dem Verein einen großen Artikel. „Wir sind überwältigt von dem Andrang“, sagt Haarstick.

An jedem ersten Wochenende im Monat treffen sich die Dackelfreunde zum gemeinsamen Spazierengehen. „Wir schauen, dass wir uns jedes Mal an einem anderen Ort treffen“, berichtet Haarstick. „So lernen wir die Gassi-Routen jedes Mitglieds in den verschiedenen Teilen Münchens kennen.“

Bald soll es auch eine Reihe weiterer gemeinsamer Veranstaltungen geben, auch Abends. „Ich könnte mir zum Beispiel Vorträge zum Thema ,Der Dackel in Kunst und Kultur‘ vorstellen“, sagt die Studentin.

Auch ein Erste-Hilfe-Kurs mit einer Tierärztin sei geplant. Bisher habe man noch keinen der geplanten Termine umsetzen können. „Es tut sich gerade soviel in der Dackelszene“, sagt Haarstick. „Wir kommen gar nicht hinterher.“ Nun haben sogar die Veranstalter des Hundefestivals auf Schloss Greifenberg den Dackel zum Thema dieses Jahres gemacht - und dem Münchner Dackelclub angeboten, das Festival mitzuorganisieren.

Kuriosestes Symptom des neuen Dackelfiebers in München dürften allerdings die transatlantischen Beziehungen des Dackelclubs München sein: Die Hundefreunde haben eine Club-Partnerschaft geschlossen - mit einem amerikanischen Verein. Via der Internetplattform Facebook bekam Haarstick eines Tages Post vom „Buffalo Dachshund Club“ im Bundesstaat New York. Nun teilen sich die beiden Clubs ein gemeinsames Diskussionsforum im Internet und tauschen sich so über ihre Dackelfreuden und -sorgen aus. „Das ist sehr interessant, die haben Dackel, die habe ich noch nie gesehen“, sagt Haarstick. „Zum Beispiel blonde Langhaardackel“.

Nun wollen sich die Dackelfans aus verschiedenen Kontinenten sogar treffen. „Die Amerikaner haben angedeutet, dass sie im Herbst gerne kommen würden“, sagt Haarstick. Wenn die Amerikaner mit ihren Hunden anrollen - dann gibt es in München wohl so viele Dackel wie schon seit langem nicht mehr.

Dennis Mehmet Yücel

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