Polizeikontrolle eskaliert: Mann liefert sich Verfolgungsjagd mit Beamten

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René Siegel-Sorell (†77) mit seiner Frau Anne-Beate Engelke.

René Siegel-Sorell ist tot

Trauer um den Krimi-König

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München - René Siegel-Sorell, der Gründer und Intendant des Blutenburgtheaters ist am Donnerstag nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Der Krimi-König ist tot.

Er war ein „wahrhaft großer Mann des Theaters“. Ein charismatischer Mensch – ja, eine Münchner Institution. So und mit ähnlichen Worten beschreiben ihn die Menschen, die ihn kannten und verehrten: René Siegel-Sorell, der Gründer und Intendant des Blutenburgtheaters, „Deutschlands erstem und einzigartigem Krimi-Theater“, ist am Donnerstag nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Der Krimi-König ist tot.

„Seit sieben Monaten war er schwer krank“, erzählt seine Frau Anne-Beate Engelke am Freitag der tz. Ein Luftröhrenschnitt, Lungenentzündung… Engelke, die die Intendanz am Blutenburgtheater zusammen mit ihrem Mann führte, betont, was ihm am Ende besonders wichtig war: „Es war sein größter Wunsch, sein Lebenswerk zu erhalten. Wir werden sein Haus in seinem Sinne weiterführen. Er hat das Theater über 30 Jahre lang mit Leidenschaft, Humor und Hingabe geführt.“ Demnächst sei eine Trauerfeier – auch im Theater – geplant.

Was Siegel-Sorell dort mit seiner Frau erschuf, ist wahrlich etwas Besonderes. Seit 33 Jahren gibt es dort in Neuhausen, an der Blutenburgstraße 35, Mord und Totschlag. An 230 bis 250 Abenden im Jahr – mit einer „Auslastung von 90 Prozent und Stammpublikum aus der Stadt, vom Land, bis aus Österreich“, wie René Siegel-Sorell selbst vor einigen Jahren stolz im tz-Interview erwähnte. Auf dem Spielplan stehen ausschließlich Kriminalstücke und Krimi-Komödien, Klassiker von Agatha Christie oder Edgar Wallace.

Bei aller Lust auf blutige Geschichten: Eigentlich wuchs Siegel-Sorell ganz friedlich auf – in Bad Tölz. Schon als Bub fing er an, Stücke zu schreiben, die seine drei jüngeren Schwestern spielten. Nach der Schulzeit im Kloster St. Ottilien machte er eine Ausbildung bei der Gautinger Schauspielschule von Ruth von Zerboni, es folgten Engagements am Resi und am „Theater am Dom“ in Köln.

Sein Herz aber hing immer an München. Und so verwirklichte er 1983 zusammen mit seiner Frau, die er selbst auf der Bühne kennen- und lieben gelernt hatte, seinen Lebens­traum: die Gründung einer eigenen Bühne.

Siegel-Sorell erzählte einst tz-Autor Florian Kinast, wie er auf der Suche nach dem geeigneten Theatergebäude an der Ecke Blutenburg-Birkerstraße fündig geworden war – in einem früheren Kino: „Am Anfang stand ich hier in einer Ruine. Die Renovierung zog sich hin, und als wir fertig waren, fehlten uns die Stühle für die Zuschauer.“ Weil die Kammerspiele gerade ausmisteten, bekam er von dort 100 alte Stühle. Krimi-Fan Engelke hatte die Idee mit dem Kriminal-Theater, und so ging sie los, die Verbrecherjagd. Das erste Stück: Arsen und Spitzenhäubchen.

Eine halbe Million Zuschauer haben sich seitdem dort in all den Jahren gegruselt, und danach an der Bar einen der „kriminellen Cocktails“ genossen, die „Kalte Leiche“ heißen oder „Gänsehaut“. Um den König des Hauses trauerten im Internet gestern zahlreiche Fans: „Danke für so viele schöne Stunden.“

fk, ast

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