Seniorin reagierte gerade noch rechtzeitig

Trickbetrugsopfer (72) erzählt: „Die sind so gerissen“

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Fälle von Trickbetrug häufen sich in der Stadt: Zwar gibt es kaum noch den klassischen Enkeltrick, dafür fallen immer mehr Menschen auf falsche Polizisten oder Handwerker herein. Ein Opfer erzählt, warum sie gerade noch rechtzeitig stutzig wurde. 

Helene Müller (72, Name geändert) ist von sich selbst enttäuscht. Sie ließ am Donnerstag falsche Handwerker in ihre Wohnung. „Und das, obwohl ich so viel darüber gelesen habe – aber die sind so gerissen.“ Doch die Münchnerin hat alles richtig gemacht: Sie erkannte noch rechtzeitig, dass die zwei Fremden in ihrer Wohnung Betrüger sind, und vertrieb sie. Geistesgegenwärtig kopierte sie sogar den gefälschten Ausweis eines Ganoven.

Die angeblichen Stadtwerkemitarbeiter klingelten gegen 15.45 Uhr bei der 72-Jährigen an der Rumfordstraße. Sie gaben vor, dass sie wegen eines Wasserrohrbruchs gekommen seien. „Am Nachbarhaus sind tatsächlich gerade Bauarbeiten. Deshalb habe ich den beiden zuerst geglaubt“, sagt Müller. 

In der Wohnung drehte einer der Männer den Wasserhahn im Bad auf. Der Komplize war im Wohnzimmer, wo Hermann, der 73-jährige Ehemann der Münchnerin, Zeitung las. „Der Mann behauptete, dass Hermann ihm erlaubt hätte, in das zweite Bad zu gehen. Da wurde ich misstrauisch.“ Denn der 73-Jährige hört nicht mehr so gut. Müller lief dem falschen Handwerker hinterher in „ihr“ Bad. „Dort lege ich meinen Schmuck ab“, sagt sie. 

Als der Betrüger in den Keller wollte, verwies die Münchnerin ihn an die Hausverwaltung. „Ich ließ mir den Ausweis des Kleineren geben. Dort stand „Strasentiefbauamt“ – nur mit einem ,s‘. Da wusste ich, dass etwas nicht stimmt.“ Offenbar bemerkten die Gauner, dass sie aufgeflogen waren und verließen die Wohnung. Müller rät: „Man muss immer wachsam sein.“ Die Polizei sucht Zeugen.

Rubriklistenbild: © dpa

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