Der Luise-Kiesselbach-Platz der Zukunft soll so aussehen: weniger Verkehr, dafür mehr Bäume. Simulation: Form 3d

Tunnel Südwest: Die Bagger warten schon

München - Mitte August soll der Bau der dritten Röhre starten – Die Arbeiten dauern mindestens bis 2015.

Die Arbeiter an der Baustelle des Richard-Strauss-Tunnels waren noch gar nicht alle abgerückt, da hatte das Gewerkel ein paar Kilometer weiter schon längst wieder begonnen. „Mittlerer Ring Südwest“ heißt das umfangreichste Bauprojekt der Münchner Tunneltrilogie offiziell. Ganze 2,8 Kilometer erstreckt sich die Tieferlegung des Mittleren Rings zwischen der Garmischer Straße im nördlichen Abschnitt und der Heckenstallerstraße im Süden. Dazwischen liegt das Nadelöhr Luise-Kiesselbach-Platz, auf dem derzeit fast 120 000 Fahrzeuge täglich unterwegs sind. Mindestens bis Ende 2015 sollen sich hier die Bauarbeiten hinziehen.

Bisher wurden nur Vorarbeiten vorgenommen: Bäume gefällt und Kanalleitungen neu verlegt. Doch ab Mitte August wird sich der Münchner Südwesten in eine riesige Baustelle verwandeln. Anwohner und Autofahrer müssen sich auf Unannehmlichkeiten einstellen. Zwar sollen die drei Fahrspuren im Wesentlichen erhalten bleiben, allerdings werden sie verschwenkt. Deshalb wird der Verkehr hier etwas langsamer fließen als sonst.

Das Bauprojekt im Südwesten der Stadt ist kein durchgängiger Tunnel. Zwischen der Höglwörther und der Murnauer Straße soll der Mittlere Ring lediglich in einem Graben geführt werden. Östlich dieses Abschnitts, zwischen der Höglwörther und der Passauer Straße, schließt sich jedoch jener Teil an, der für die Anwohner in Zukunft am attraktivsten sein wird: der 570 Meter lange und zwischen 40 und 70 breite Heckenstallerpark. Hier wird der Autoverkehr gänzlich von der Oberfläche verschwinden, während er im westlichen Abschnitt auf der Garmischer Straße sowie am Luise-Kiesselbach-Platz erhalten bleibt – allerdings „mit deutlich geringerem Verkehrsaufkommen als bisher“, heißt es beim Baureferat. Die Barrierewirkung des Mittleren Rings werde deutlich aufgehoben, das Wohnumfeld nachhaltig aufgewertet.

Mit Kosten von 398,5 Millionen Euro ist der Südwest-Tunnel auch der teuerste der drei durch den Bürgerentscheid erzwungenen Tunnelbauten. Rund 123 Millionen davon will der Freistaat übernehmen. Die Stadt hatte jedoch mit deutlich mehr Geld aus dem Innenministerium gerechnet und sieht sich nun vor einer Finanzierungslücke von etwa 37 Millionen Euro stehen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) warnte schon einmal vorbeugend: „Das bedeutet, dass die Bauzeit möglicherweise gestreckt werden muss.“

Matthias Kristlbauer

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