Festnahme im Mordfall Peggy

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Der Richard-Strauss-Tunnel ist seit 2009 geöffnet.

Anwohner enttäuscht: Tunnel-Trauma am Isarring

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München - Es war der Traum von Ruhe. Die Anwohner des Mittleren Rings in Bogenhausen haben große Hoffnungen in den Richard-Strauss-Tunnel gesetzt und wurden enttäuscht.

Verkehr und Lärm unten, Entspannung oben, so dachten sie. Was dann aber seit der Tunnel-Eröffnung im Jahr 2009 passiert ist, ist eine Enttäuschung. Oder besser gesagt: Es sind zwei Enttäuschungen. Weil sich’s im Tunnel immer wieder staut, fahren findige Autofahrer mittlerweile gern obenrum (also da, wo ja eigentlich der Verkehr beruhigt werden sollte) – so, dass es jetzt auch da zur Stoßzeit nur noch zäh vorwärtsgeht. Und der provisorische Fahrbahnteiler am Isarring, der Staus auflösen sollte, hat sich als Unfall-Falle entpuppt. Das Tunnel-Trauma:

Bogenhausen: Stau auf der Ausweichroute

Jahrelang hatten die Bogenhausener für ihren Tunnel gekämpft. Mit dem Erfolg des Bürgerbegehrens Drei Tunnel braucht der Ring 2006 sahen sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch die Freude ist Ernüchterung gewichen. „Vor allem im Berufsverkehr haben wir Staus in der Richard-Strauss-Straße, am Morgen Richtung Schwabing, am Abend Richtung Berg am Laim“, erklärt Martin Tscheu (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Verkehr im Bezirk Bogenhausen. Und CSU-Stadtrat Robert Brannekämper liefert die Erklärung dafür: „Ein Teil der Autofahrer meidet den Tunnel und fährt wieder an der Oberfläche.“

Dabei hatte das Planungs­referat 2006 als Vorwegmaßnahme für den Tunnel eine fünfte Fahrspur für den Isarring empfohlen, um Staus in Bogenhausen zu vermeiden – doch damals lehnte Rot-Grün ab. Als es sich dann drei Jahre später staute, hatte OB Ude wenig Trost für die Leidtragenden: Die Bürgerschaft habe „selber das Tunnelprojekt Mittlerer Ring in der beschlossenen Art und Weise beschlossen.“

Jetzt soll die fünfte Spur im Englischen Garten doch kommen. Die Stadt prüft das Projekt. Ob und wann es kommt, ist ungewiss. 2,6 Millionen Euro würde die Spur kosten, Bauzeit: ein halbes Jahr. Nötig wäre zuvor aber ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren.

Doch da wäre noch das Projekt des Schwabinger Architekten-Paares Hermann Grub und Petra Lejeune: Sie wollen den Isarring sechsspurig in einen Tunnel verlegen. Für die Stadt haben aber die Tunnel-Wünsche von Anwohnern der Landshuter Allee und der Tegernseer Landstraße Vorrang.

Schwabing … und immer ­wieder kracht’s

Mit einem Fahrbahnteiler versucht die Stadt seit August vergangenen Jahres, am vierspurigen Isarring die Verkehrsströme zu trennen, die Richtung Westen fahren und die Richtung Seehaus abbiegen wollen. Die Autofahrer auf der linken Fahrspur haben seitdem Dauer-Grün, auf der rechten Spur gibt es Rot-Phasen, um den Fahrzeugen von der Ifflandstraße das Einbiegen zu ermöglichen.

Obwohl die Fahrbahntrennung schon 200 Meter vorher angekündigt wird, krachen immer wieder Autofahrer auf die Barriere – oder es gibt Auffahrunfälle im Stau. Jetzt schrieb Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einem Brief an CSU-Stadtrat Robert Brannekämper: „Einer Anzahl von 37 Verkehrsunfällen, die sich in den neun Monaten vor Beginn des Probelaufs ereigneten, steht eine Anzahl von 75 Verkehrsunfällen gegenüber, die sich im Zeitraum von neun Monaten nach dem Start der Testphase ereigneten.“

Das Innenministerium hatte die Regelung nur als Versuch genehmigt. Eigentlich müsste, so Herrmann, die Stadt das Provisorium nun abbauen, doch das würde wieder längere Staus bedeuten.

Das Innenministerium sowie die Münchner Polizei versuchen nun, gemeinsam mit der Stadt dieses System zu retten. Herrmann stellt aber klar: „Eine Fortführung des Versuchs lässt sich nur vertreten, wenn Änderungen der bisherigen Verkehrsführung einen Zugewinn für die Verkehrssicherheit erwarten lassen.“

J. Welte

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