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„Jeden Tag Chaos“, kommentiert unser genervter Leserreporter Bertram U.

München, du frustrierst deine Pendler

U-Bahn-Chaos bei der MVG - und es gibt noch eine schlechte Nachricht

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Manche Pendler sind dankbar, dass sie nicht auf die S-Bahn angewiesen sind. Kein Stammstrecken-Chaos. Dafür aber aktuell U-Bahn-Wahnsinn. Die MVG nennt den Grund und schickt noch eine schlechte Nachricht hinterher. 

München - Jeder, der an diesem Dienstagmorgen noch ein bisschen verträumt am Bonner Platz gestanden hat, wurde schlagartig wach: Die einfahrende U3 Richtung Münchner Freiheit war hoffnungslos überfüllt, nur wenige Menschen ohne Angst vor engen, geschlossen Räumen pressten sich noch hinein. Die nächste U3 sollte erst in 23 Minuten kommen. Mega-Chaos. Manche Pendler gehen genervt die Treppe hoch, zum Ausgang, laufen zur Karl-Theodor-Straße, um mit der Tram wenigstens Richtung Stachus zu kommen. Andere bleiben tapfer am Bahnsteig stehen - wohl wissend, dass die nächste Bahn wieder brechend voll sein wird. Die Probleme auf der U3 und U6 waren nicht die einzigen Probleme in den vergangenen Tagen. Der November ist auch ein Chaos-Monat für Fahrgäste auf den Linien U1 und U2 (mehr Informationen unten).  

Unsere Redaktion haben am Montag und an diesem Dienstag Beschwerden von Pendlern erreicht. Sie ärgern sich über die Ticketpreise und darüber, dass sie nicht pünktlich zum Ziel kommen. Auch auf der Facebook-Seite der MVG hinterlassen die Kunden wütende Kommentare. „Ist das nun als Dauerzustand geplant? Es kann doch echt nicht angehen dass die MVG die U3/U6 überhaupt nicht mehr geregelt bekommt“, ärgert sich ein Kunde. Einer schreibt: „Ausfälle und zu wenig Züge, dafür stehen wir nun schon minutenlang im Tunnel.“ Ein anderer Kunde schreibt: „Nein, ich entschuldige eure andauernden Verspätungen, bei Deutschlands höchsten Öffi-Preisen, NICHT! Wäre ich nicht auf euch angewiesen würde ich euch liebend gerne NICHT nutzen!“ Und ein anderer schlägt vor: „Langsam habe ich keine Lust mehr eure Verspätungen zu entschuldigen. Ich fordere einen Monat Freifahrt für alle.“ Darauf antwortet die MVG: „Den Ärger verstehen wir völlig, wir können allerdings keine Freifahrt, aber die MVG-Garantie anbieten.“ (Lesen Sie unten, was die MVG-Garantie bedeutet.*)

Die MVG gab am Dienstagnachmittag auf Facebook ein Statement zum U-Bahn-Chaos ab. Die U-Bahn-Nutzer hätten sich „gestern und heute zu Recht beschwert “. Doch dann schickt die MVG gleich eine schlechte Nachricht hinterher: „Leider wird uns das Thema Fahrzeugausfälle zur Hauptverkehrszeit noch etwas begleiten.“ Und als wäre das nicht schlimm genug, fehlt auch noch die Angabe, wie lange das so bleiben wird.

(Lesen Sie hier den viel beachteten Gastbeitrag, adressiert an MVG , S-Bahn und Staatsregierung: „Dieser Nahverkehr ist der 1,5-Millionen-Stadt München unwürdig.“)

Das ist der Grund für das U-Bahn-Chaos

Ein C2-Zug der MVG. 

Als Grund für die Zugausfälle gibt die MVG an, dass in den Spitzenzeiten mit maximalem Fahrzeugbedarf in der Früh und am Nachmittag nicht immer ausreichend Züge zur Verfügung stünden. Die Ursache sei die vorübergehende Sperrung der U-Bahnzüge vom Typ C2. „Zum anderen stehen mehrere Züge mit Flachstellen (Anmerkung der Redaktion: Damit sind unerwünschte Abnutzungserscheinungen an den Rädern gemeint) an den Rädern in der Werkstatt, die trotz Sonderschichten nur sukzessive wieder in den Einsatz gebracht werden können.“ Der Grund für die Flachstellen waren der Mitteilung zufolge schmierige Gleisverhältnisse auf der Oberflächenstrecke zwischen Studentenstadt und Garching am vorvergangenen Wochenende (Sturmtief Herwart). Dadurch waren Räder einiger Züge bei Bremsvorgängen ins Rutschen geraten und hatten sich uneinheitlich abgenutzt. „Sofern die erforderliche Zahl von Zügen in den Hauptverkehrszeiten nicht erreicht wird, entfallen vorwiegend Verstärkerzüge mit möglichst kurzen Einsatzzeiten, damit die Anzahl der betroffenen Fahrgäste so gering wie möglich ist.“

Eine Kundin kommentiert: „ Lächerlich! Einfach nur lächerlich! Aber Hauptsache Preise erhöhen und immer weniger Service/Leistung bieten.“

Was ist Ihre Meinung  als MVG-Kunde? Schreiben Sie es in die Kommentare. 

* So erklärt die MVG ihre Geld-zurück-Garantie: „Wenn eines unserer Verkehrsmittel (U-Bahn, Bus und Tram) mehr als 20 Minuten Verspätung hat, erstatten wir je Betriebsstörung den Wert einer Single-Tageskarte für den Innenraum auf Ihr Konto. Wenn Sie wegen einer von uns verursachten Verspätung den letzten Anschluss verpassen, erstatten wir sogar Taxikosten bis 25 Euro. Ausgenommen von der Garantie sind angekündigte Maßnahmen wie Baustellen, Veranstaltungen etc. Ebenso machtlos sind wir gegen verstopfte Straßen, extreme Wettersituationen, Falschparker, Unfall, Streik und andere unvorhersehbare Ereignisse.“

Chaos-Monat November: An diesen Tagen sollten Sie die U1/U2 lieber meiden

Auf den U-Bahn-Linien U1 und U2 läuft es an allen Wochenenden im November nicht so wie gewohnt, denn die Gleise werden saniert. Hier erfahren Sie, wie Sie trotzdem ans Ziel kommen.

Lesen Sie hier: Zeigen Sie uns, wie Sie U-Bahn fahren – und wir sagen Ihnen, wer Sie sind.

sah

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