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50 Panzer aus München für die Ukraine - doch sind sie überhaupt einsatzfähig?

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Von: Andreas Daschner

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Die Bundesregierung hat nun doch die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine angeordnet. Darunter auch Panzer aus München.

München - Mit Panzern aus München soll sich die Ukraine im Krieg gegen Russland zur Wehr setzen. Die Bundesregierung hat zugestimmt, dass Krauss-Maffei Wegmann (KMW) rund 50 von der Bundeswehr ausgemusterte Flugabwehrpanzer des Typs Gepard an das angegriffene Land liefern darf. Produziert wurde der Gepard einst in Allach.

Das Unternehmen KMW in der heutigen Form entstand erst 1999, als die Firmen Krauss-Maffei und Wegmann & Co. ihre Rüstungsaktivitäten zusammenschlossen. Beide Firmen haben eine lange Geschichte und sind in der Zeit des Nationalsozialismus verstärkt in die Rüstungsindustrie eingestiegen.

Münchner Rüstungsunternehmen liefert Panzer aus Bundeswehrbeständen

Heute ist das Allacher Werk vor allem dafür bekannt, dass dort der Leopard-Panzer und der Boxer-Radpanzer vom Band laufen. Der Gepard-Panzer wurde einst auch dort zusammengeschraubt. Doch das ist schon einige Zeit her. Die Panzer, die nun in die Ukraine geliefert werden sollen, stammen aus ehemaligen Bundeswehrbeständen und wurden vor rund zehn Jahren außer Dienst gestellt. „Danach wurden sie wieder an den Hersteller Krauss-Maffei Wegmann zurückverkauft“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch wie gut sind die Kriegsgeräte in Schuss? Die fraglichen Panzer müssten technisch überholt werden, könnten aber „relativ schnell wieder einsatzfähig gemacht werden“. So sagte es KMW-Chef Ralf Ketzel kürzlich der Welt. Doch das glaubt der Hamburger Journalist und Rüstungsexperte Lars Winkelsdorf nicht so recht.

Experte äußert Zweifel an Zustand der Panzer

Winkelsdorf weiß, dass die Panzer zuletzt nicht in München gelagert wurden. „Sie standen auf einer Freifläche“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Wo genau, da will er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – auch weil die Kriegsgeräte dort zum Teil immer noch stünden. „Übermotivierte, russlandfreundliche Zeitgenossen könnten dort weitere Schäden anrichten.“

Weitere Schäden? Ja, sagt Winkelsdorf. Die Panzer seien auf dem Freigelände der Witterung ausgesetzt gewesen. Der Experte geht von Rost und Schäden in allen Systemen durch Feuchtigkeit aus. Dazu kämen sogenannte Standschäden. „Jeder Autofahrer kennt das, wenn ein Fahrzeug längere Zeit nicht bewegt wurde.“ Das Material leide, das sei bei Panzern nicht anders als bei Autos.

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