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Konstantin Wecker.

"Problem des Kapitalismus"

Konstantin Wecker: Uli Hoeneß ist gescheitert

Bonn - Konstantin Wecker äußert sich erneut zum Fall Uli Hoeneß. Die Gefängnisstrafe allein reiche nicht, um einen Menschen zu ändern. Auch das Gesellschaftssystem kritisiert er.

Liedermacher Konstantin Wecker sieht im Fall Uli Hoeneß ein strukturelles Problem des Kapitalismus. Hoeneß stehe für ein System, in dem sich „Menschen aufgrund ihres Reichtums über dem Gesetz wähnen“, sagte der 66 Jahre alte Künstler, der selbst zweimal im Gefängnis saß, der Zeit-Beilage Christ&Welt. Er frage sich, „ob unter diesen Bedingungen Steuerhinterzieher überhaupt resozialisierbar sind. Warum sollten sie einsehen, dass sie Unrecht getan haben, wenn alles um sie weitergeht wie bisher?“

Wecker will Selbstanzeige für Steuersünder abschaffen

„Uli Hoeneß ist gescheitert. Ich würde ihm von Herzen gönnen, dass er das einsieht“, so Wecker. Aber es reiche nicht, einen einzelnen Menschen durch die Gefängnisstrafe ändern zu wollen. „Wenn man wirklich die Resozialisierung von Steuerbetrügern will, dann müsste man die Möglichkeit der Selbstanzeige abschaffen. Es kann nicht sein, dass Steuerhinterziehung noch immer als Kavaliersdelikt gehandhabt wird.“

Wecker äußerte grundsätzliche Kritik am Gesellschaftssystem: „Alles wird dem Geld untergeordnet.“ Ob jemand zur Elite gehöre, bemesse sich mittlerweile nur noch am materiellen Vermögen. „Was wird eigentlich angerichtet, wenn ein einzelner Mensch an einem Tag mit Summen eines Kleinstaates jonglieren kann?“, fragt der Liedermacher. „Das ist doch kein virtuelles Geld. Irgendwo bezahlen andere Menschen für diese Gewinne einen ganz realen Preis: mit schlechten Arbeitsverhältnissen und mit Hungerlöhnen.“

Mit Blick auf die Kapitalismuskritik des Papstes sagte der 66-Jährige, er finde „diesen Mann ganz erstaunlich. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas im Vatikan möglich ist.“ So ganz traue er aber dem Frieden nicht.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Wecker hat nach eigener Darstellung selbst zweimal im Gefängnis Stadelheim eingesessen, einmal als 19-Jähriger wegen Diebstahls, dann 30 Jahre später wegen Kokainbesitzes. Obwohl es eine Strafe gewesen sei, eingesperrt zu sein, sei die Zeit im Gefängnis für ihn persönlich „sehr heilsam“ gewesen. „Mein Leben war bis dahin zu sehr von Äußerlichkeiten bestimmt, von zu viel Party und zu starker Ich-Bezogenheit. Diesen Schlag ins Genick habe ich wahrscheinlich gebraucht.“

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kna

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