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Die geplante Moschee am Gotzinger Platz in München-Sendling (Skizze) wird nicht gebaut.

Umstrittene Münchner Moschee wird nicht gebaut

München - Eine der heißesten Münchner Debatten der letzten Jahre hat ein Ende: Die Moschee in Sendling wird nicht gebaut. Das berichtet der Münchner Merkur in seiner Dienstagsausgabe

Die Moschee am Gotzinger Platz in Sendling wird nicht gebaut, das berichtet der Münchner Merkur in seiner Dienstagsausgabe. Der Vorsitzende des Moschee-Vereins "Ditim", Recep Dereli, bestätigte gegenüber unserer Zeitung unserer Zeitung das Aus. Die Entscheidung habe eine Versammlung des Moscheevereins Ditim am Sonntag gebracht.

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Der Verein Ditim ist die Münchner Abteilung des türkisch-islamischen Dachverbands Ditib mit Sitz in Köln, der dem türkischen Staat untersteht. Vertreter von Ditib besuchten am Sonntag die Versammlung des Münchner Vereins und versetzten dem Projekt den Todesstoß. Das berichtete Dereli übereinstimmend mit Celal Özcan, der als Reporter der türkischen Zeitung „Hürriyet“ dem Treffen beiwohnte. „Die Ditib-Vertreter haben erklärt, dass die Moschee am Gotzinger Platz nicht gebaut werden kann“, berichtete Dereli. Als Grund hätten sie vor allem die Finanzierung genannt. Weil Ditib alle Mittel für den Bau der geplanten Moschee in Köln brauche, seien für das Münchner Projekt keine Ressourcen vorhanden. „Ohne die Unterstützung des Dachverbands sehe ich keine Möglichkeit, das Projekt zu verwirklichen“, sagte Dereli. Bereits seit Monaten ist bekannt, dass der klamme Münchner Verein Ditim das Projekt alleine nicht stemmen kann. Die Kosten werden auf rund 15 Millionen Euro geschätzt.

Das Ende der Moschee ist auch ein Rückschlag für ihren größten Befürworter: OB Christian Ude. Zwar habe Ditim ihn bislang nicht über das Aus des Projekts benachrichtigt, so Ude am Montagnachmittag. „Ich habe aber aus dritter Hand davon gehört. Wenn es tatsächlich so ist, bedauere ich das sehr.“ Ude betonte jedoch: „Es ist mir wichtig, dass alle Muslime und türkischen Mitbürger wissen, dass das Projekt nicht an der Stadt gescheitert ist. Im Gegenteil: Die Stadt hat größte Anstrengungen unternommen, um die Voraussetzungen für den Bau zu schaffen.“ Auf die Finanzierung habe die Verwaltung keinen Einfluss, so Ude.

Mit dem Aus für die Moschee geht eine Ära langjähriger, hitziger Debatten in der Stadt zu Ende. Eine Gruppe von Bürgern aus Sendling hatte sich massiv gegen den Bau gewehrt. Die große Mehrheit des Stadtrats sprach sich jedoch für die Moschee aus. Sie billigte zuletzt den Bebauungsplan – allerdings gegen die Stimmen der CSU.

Johannes Patzig

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