Auf dem München-Portal

Umstrittene Werbung für Airbnb

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München - Es ist ein weltweit feststellbarer Trend: Immer mehr Touristen buchen für ihren Großstadturlaub statt eines Hotels eine Privatunterkunft – auch in München.

Bekanntestes Portal dafür im Internet ist „Airbnb“. Die Vermieter verdienen nicht schlecht daran. Wenn dadurch kein Wohnraum zweckentfremdet, also dauerhaft dem Mietmarkt entzogen wird, ist dagegen nichts zu sagen.

Anders verhält sich die Sache, wenn eine Wohnung komplett an Touristen vermietet wird. Um diesen Missbrauch und den Leerstand von Wohnungen zu bekämpfen, hat der Stadtrat vergangene Woche sogar beschlossen, eine offizielle Melde-Plattform zu installieren. Beim Amt für Wohnen und Migration werden dafür drei neue Stellen geschaffen. Bürger können anonym berichten, wenn Wohnraum zweckentfremdet wird – etwa auf Plattformen wie Airbnb. Umso kurioser, dass die Stadt indirekt Werbung für das Internet-Portal gemacht hatte.

Die SPD-Stadtratsfraktion prangerte dies in einem Antrag an und forderte Aufklärung. So fand sich bis Montag auf dem München-Portal www.muenchen.de unter der Rubrik „Tips for new residents“ ein Link zur Webseite von Airbnb. Die Vermietung an Touristen, so die SPD, gehe oft zu Lasten der Anwohner, die sich über die hohe Fluktuation oder rücksichtslose Kurzzeitmieter beschwerten. Vermietungen, die nicht dem Wohnzweck dienten, seien zudem illegal.

Die Stadt ging der Sache auf den Grund und reagierte umgehend. Seit Dienstag ist die Direktverbindung zu Airbnb gekappt. Die Plattform „muenchen.de“ wird von der München Betriebs-Gmbh erstellt. Eine eigene Gesellschaft, die gleichwohl im Auftrag der Stadt handelt. „Wir überprüfen aber nicht jede einzelne Seite, bevor sie freigeschaltet wird“, sagte Gabi Vögele vom Presse- und Informationsamt unserer Zeitung. Die Stadt will nun auch noch die von der SPD aufgeworfene Frage klären, ob muenchen.de von Airbnb Geld für die indirekte Werbung erhalten hatte.

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