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Nach Gewalttat in Hamburg

Ehepaar setzt ungewöhnliche Belohnung aus

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München - Ein Münchner Ehepaar setzt nach einer Gewalttat in Hamburg 4000 Euro auf die Ergreifung der brutalen Täter aus. Das Paar ist mit dem Opfer weder verwandt noch bekannt.

Ein Münchner Ehepaar hat nach einer schweren Gewalttat, bei der ein 18-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden war, eine Belohnung von 4000 Euro ausgesetzt. Das Außergewöhnliche: Der Fall ereignete sich nicht hier, sondern im fernen Hamburg - und das Münchner Ehepaar ist mit dem Opfer weder verwandt noch bekannt.

Wie die Polizei in Hamburg unserer Zeitung auf Anfrage bestätigte, hatten sich die Münchner gemeldet, nachdem sie von der brutalen Attacke auf den jungen Mann gelesen hatten. „Es gibt kein persönliches Interesse“, erklärte ein Sprecher der Hamburger Polizei. Und: „Das Paar möchte anonym bleiben.“

Der Fall ist in der Tat durch das hohe Maß an Brutalität aufsehenerregend: Am 18. Januar, einem Samstag, war der 18-Jährige mit Freunden nachts zu Fuß auf dem Heimweg in Hamburg-Langenhorn. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Gruppe von zwei etwa 20-jährigen Männern angepöbelt, die zuvor aus einem schwarzen Auto gestiegen waren. Im Verlauf der Auseinandersetzung schlug einer der Täter mit einem Baseballschläger auf den 18-Jährigen ein und fügte ihm mehrere Stichverletzungen im Brustbereich, am Knie sowie eine 15 Zentimeter lange Schnittverletzung am Hals zu. Anschließend flüchteten die Angreifer mit dem Auto. Das Opfer verlor viel Blut und schwebte in Lebensgefahr. Nach einer Notoperation konnte sein Zustand aber stabilisiert werden.

Am gestrigen Montag veröffentlichte die Hamburger Polizei eine Täterbeschreibung und gab bekannt, dass 4000 Euro für Hinweise ausgelobt wurden, die zur Ergreifung der Täter führen. Besagtes Ehepaar aus München hatte das Geld dafür zur Verfügung gestellt.

Wie die Hamburger Polizei betonte auch ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, dass eine solche Auslobung außergewöhnlich sei. „Es ist bei uns eigentlich nur üblich, Auslobungen von juristischen Personen anzunehmen“, erklärte der Münchner Sprecher. In der Regel seien dies Berufsverbände, wie zum Beispiel die Taxigenossenschaft nach Raubüberfällen auf Taxler, oder der Banken-Verband bei Banküberfällen.

Ansonsten kommt es mitunter auch vor, dass das Landeskriminalamt bei außergewöhnlich schweren Straftaten eine Belohnung für Ermittlungs-Hinweise aussetzt.

Dass Privatpersonen ihr eigenes Geld dafür zur Verfügung stellen wollen, komme de facto nie vor, hieß es seitens der Polizei. Juristisch ausgeschlossen sei dies jedoch nicht.

Sven Rieber

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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