Düster und bucklig: Ein Radler auf dem Forstweg durch den Truderinger Wald. foto: Bodmer

Unsicherer Schulweg: Stadt lehnt Hilfe ab

München - Ein Pfad durch den Truderinger Wald birgt Gefahren für Schulkinder und andere Fußgänger - doch weil die Stadt angeblich nicht zuständig ist, rät sie zu einer anderen Route.

Er ist die kürzeste Verbindung zwischen der Truderinger Grenzkolonie und der Friedenspromenade mit ihren Nahversorgungs-Einrichtungen: der Forstweg „Breites Geräumt“ im Truderinger Wald. Viele Radler und Schulkinder, die durch das Waldstück zu ihrer Grundschule an der Markgrafenstraße laufen, nutzen ihn täglich. Der Weg ist jedoch so bucklig und düster, dass er nicht ungefährlich ist. Eine Sanierung wäre daher wünschenswert - scheitert aber wohl an den Besitzverhältnissen.

Die Alternativroute zum Forstweg ist mehr als doppelt so lang. Doch der Pfad im Wald ist in einem schlechten Zustand und erlaubt keine sichere Nutzung. Der örtliche Bezirksausschuss hat die Stadt deshalb gebeten, den Pfad zu überarbeiten, damit er den Erfordernissen eines Schulwegs entspricht. Keine Luxussanierung, nur ein akzeptabler Zustand, möglichst mit Licht.

Doch das Waldstück - und somit auch der Weg - zwischen Günderodestraße und Am Hochacker gehören nicht der Stadt, sondern mehreren Privatpersonen. Die Unterhaltspflicht fällt somit nicht in städtische Zuständigkeit. Die Waldeigentümer könnten den Weg nur freiwillig verbessern, so die Auskunft des Kreisverwaltungsreferats (KVR).

Das ruft Erstaunen beim Bezirksausschuss hervor: Denn die Schüler sind mit dem anerkannten Münchner Projekt „Bus mit Füßen“ der Umweltorganisation Green City auf dem „Breiten Geräumt“ unterwegs. Dabei gehen sie in Begleitung eines Erwachsenen jeden Morgen auf einer festgelegten Strecke bis zur Schule. So kann auf das Eltern-Taxi verzichtet werden, das Verkehrsaufkommen im Schulumfeld nimmt ab und die Sicherheit steigt.

Die Stadt unterstütze dieses Projekt zwar, sei aber bei der Festlegung der Route und des Weges nicht eingebunden, verteidigt sich das KVR. Dies werde allein zwischen den Eltern und Green City abgestimmt. Das Referat empfiehlt, „allein schon aus haftungsrechtlichen Gesichtspunkten die Nutzung von Wegen auf öffentlichem Grund“. Wem das zu lang ist, der könne ja auch den öffentlichen Linienbus nutzen. Derzeit ist der für die Kinder der Grenzkolonie noch kostenfrei. Denn das Baureferat hat es bislang nicht geschafft, die Befestigung des östlichen Gehwegs der Friedrich-Creuzer-Straße herzustellen, auf dem die Schüler dann unterwegs wären. Eine freiwillige Befestigung des Forstweges „Breites Geräumt“ ist derzeit offenbar nicht gewollt.

Carmen Ick-Dietl

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