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Der U- und S-Bahnhof am Marienplatz ist einer der meistfrequentierten Orte Münchens. Das Zwischengeschoss aber ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es saniert werden.

Marienplatz wird zur Großbaustelle

München - Der U- und S-Bahnhof am Marienplatz ist einer der meistfrequentierten Orte Münchens. Das Zwischengeschoss aber ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es saniert werden.

Die Stadtwerke haben die Ausschreibung für einen Gestaltungswettbewerb eingeleitet. Doch erst nach der Kür des Siegers könne abgeschätzt werden, was die Frischzellenkur kostet und welchen Zuschnitt das runderneuerte Bauwerk haben wird, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Er erklärte zudem, Details aus diesem speziellen Ausschreibungs-Katalog könnten aus Rechtsgründen nicht bekanntgemacht werden.

Licht und Farben werden zeitgemäß arrangiert. Wände, Decken und Böden stehen zur Erneuerung an. „Schließlich geht es um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität – zum Beispiel durch freie Sichtachsen oder ein neues Leitsystem“, erläutert Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess. Die Ausschreibung für die Gestaltung dieses Verkehrsbauwerks sei schon auf den Weg gebracht. Die Pläne werden im Spätsommer öffentlich vorgestellt. Dann sei voraussichtlich gegen Jahresende mit ersten Bauarbeiten zu rechnen.

Am 19. Oktober 1971 war die erste U-Bahn-Linie zwischen Goetheplatz und Kieferngarten eröffnet worden – und mit ihr das Sperrengeschoss vom Marienplatz. Das Textilhaus Ludwig Beck hatte sich nicht nur einen direkten Zugang von der Tiefebene geleistet, sondern griff auch auf den größten Pavillon im Untergeschoss zu – nach Becks Auszug übernahm die Münchner Verkehrsgesellschaft selbst diesen Platz.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Auch der 1972 eröffnete Kaufhof warb gern mit dem „idealen Anschluss an U- und S-Bahn“, den der Warenhaus-Zugang an der Südwestecke des Baus bot.

Rund 20 Kioske wurden um die Personen-Drehscheibe mitten im Raum gruppiert. Schon sieben Jahre vor Vollendung bewarben sich die ersten Geschäfts-Interessenten. Am Ende galt es, die Wunschkandidaten aus 220 Aspiranten herauszufiltern.

Zunächst gab es in der Tiefe nur die U 6, die schon vor dem Zuschlag für die Olympischen Spiele konzipiert war. Die U 3 und die S-Bahn gesellten sich erst im Jahr 1972 dazu.

Einen zweifelhaften Rekord kann das Bauwerk auch vorweisen: die längsten Rolltreppen ihrer Zeit mit 30 Metern Länge, die 16 Höhenmeter bewältigen. Vielen kam bei der Fahrt in die höllische Tiefe ihr körperliches Wohlbefinden abhanden. Heute wäre eine solche Rolltreppe nicht mehr genehmigungsfähig.

Eberhard Geiger

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