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So wenig los ist selten: Der Kulturstrand am Vater Rhein Brunnen.

Zuschlag ging an Firma Urban League GmbH

Urbanauten wollen Kulturstrand zurück - muss ein Gericht entscheiden?

München - Benjamin David, Chef der Urbanauten, will nicht akzeptieren, dass in diesem Jahr ein anderer Veranstalter zum Zuge kommt. Auf seiner Facebook-Seite lädt er zur Eröffnung am 19. Mai ein. Sehr zur Verwunderung der Stadt: „Es gibt nichts Neues.“

Zehra Spindler findet die ganze Sache nur noch „unschön“. Und vor allem bedauert sie: „Die Kampagne schadet der Münchner Kultur.“ Spindler, ehemals Betreiberin des Puerto Giesing, hatte während der Woche mit ihrer Firma Urban League GmbH vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) den Zuschlag für den Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen bekommen. Spätestens am 31. Mai will sie mit ihrem Kulturprogramm starten.

Doch gesichert ist das nicht, denn der bei der öffentlichen Ausschreibung unterlegene Benjamin David ficht den Bescheid der Stadt an. David und seine Urbanauten haben den Kulturstrand 2004 aus der Taufe gehoben und seitdem immer den Zuschlag bekommen. Auch diesmal war er offensichtlich vom Zuschlag der Stadt ausgegangen und hatte sein Programm entsprechend schon vorbereitet. Spindler und ihr Geschäftspartner Dierk Beyer, der die Clubs Nachtwerk, Nachtgalerie und Neuraum betreibt, waren wiederum im Vorjahr bei der Ausschreibung unterlegen. Diesmal wurde deren Konzept von den an der Abstimmung beteiligten Referaten der Stadt höher bewertet.

Urbanauten-Chef zuversichtlich - KVR dementiert, seine Haltung geändert zu haben

Als die Entscheidung am Dienstag verkündet wurde, schlug dies hohe Wellen – auch politisch. Die CSU polterte, bei der Vergabe sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, David tat das sowieso. SPD und KVR wiederum erklärten: „Alles sauber.“ Es habe halt nun mal ein anderer gewonnen und die Urbanauten kein Patent auf diese Veranstaltung. Und mittendrin stand eine auch am Freitag noch ziemlich verbitterte Zehra Spindler, die ihren Sieg nicht genießen kann. „Es ist schlecht für die Kultur, wenn sich die Politik bei so einem Thema die Köpfe einschlägt“, sagt sie. Mittlerweile fände sie es sogar gut, wenn ein Gericht über das Ergebnis der Vergabe entscheiden würde: „Damit Ruhe einkehrt und Klarheit herrscht.“ Die Facebook-Einladungen Davids bezeichnete sie als unseriös. Einen Bestandteil ihres Konzepts hat Spindler, die eine bekannte Akteurin der Münchner Subkultur ist, im Übrigen inzwischen modifiziert. Sie würde wie die Urbanauten Sand aufschütten. Ihre Mitstreiter im Organisationskomitee hätten sie davon überzeugt.

Benjamin David hat unterdessen anwaltlich Akteneinsicht beim KVR beantragt, was ihm die Behörde genehmigt hat. Er geht davon aus, dass das Kreisverwaltungsreferat seine ursprüngliche Entscheidung kippen wird und die Urbanauten ihren Kulturstrand am 19. Mai eröffnen können. Dazu wird auch schon im Internet auf Facebook eingeladen. KVR-Sprecherin Daniela Schlegel dementiert unterdessen, dass die Behörde ihre Haltung geändert hätte. „Die Vergabe ist sachgerecht und transparent gelaufen. Urban League hat den Zuschlag.“ Um das zu ändern, so Schlegel, müsste David schon gerichtlich dagegen vorgehen – wozu er offensichtlich bereit ist. Auch wenn er einräumt: „Das tut uns weh.“ Er schätze Zehra Spindler sehr.

Die Grünen-Fraktionschefin im Stadtrat, Gülseren Demirel, erklärte am Freitag: „Wir bedauern, dass die Urbanauten als Erfinder des Kulturstrandes nicht den Zuschlag bekommen haben.“ Das Ergebnis der Ausschreibung sei aber aus ihrer Sicht nicht zu beanstanden.

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